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little_dream Anfänger


Anmeldedatum: 02.04.2009 Beiträge: 88
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Verfasst am: So Okt 11, 2009 20:03 Titel: |
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So, da ich einige Tage verhindert war werde ich mich freuen mal zwei Kapitel lesen zu können...
Kapitel 18
Keine Angst, der Song hat mich nicht verschreckt. Im Gegenteil, ich hab den hin und wieder ganz gern gehört...
Zurück zur Geschichte, irgendwie ist es schön dass die beiden trotz allem und gerade deswegen auch in den kleinen Dingen so harmonieren können...
Brians Gefühlsausbruch (ich nenn das jetzt mal so) hat mich wirklich zum schmunzeln gebracht.
Erst einigen sie sich darauf alles langsam angehen zu lassen und dann ist es bei beiden, als könnten sie sich nur mit Mühe zurückhalten. Ich bin ja mal gespannt, wie lange Tammy und Brian das wirklich aushalten.
Kapitel 19
Stimmungsschwankungen?! – Ja klar, das war auch immer meine Ausrede Nummer eins... Hat wirklich gut funktioniert.
Aber warum regt sich Tammy so auf? Ihr muss doch klar gewesen sein, dass die Patientenabrechnung bei Brian landet...
Was soll ich sagen? Die Untersuchungen haben einmal mehr gezeigt, dass alles in Ordnung zu sein scheint. Es ist beruhigend.
Das ‚noch’ scheint eher das Gegenteil in Tammy ausgelöst zu haben... Ob ihr wirklich bewusst ist, wie richtig sie mit ihrer Vermutung liegt?!
Zumindest zeichnet es sich ab, dass es bald wieder nach Hause geht.
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sam Experte


Anmeldedatum: 23.08.2006 Beiträge: 1022 Wohnort: bremerhaven
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Verfasst am: So Okt 11, 2009 22:17 Titel: |
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Brians Gefühlsausbruch (ich nenn das jetzt mal so) hat mich wirklich zum schmunzeln gebracht.
… zum schmunzeln gebracht… hm, eigentlich hatte ich damit eher gedacht, meine leser damit zum nachdenken zu bringen, was das da auf den fotos ist.
Erst einigen sie sich darauf alles langsam angehen zu lassen…
sie haben sich darauf geeinigt? wann? jeder hat das für sich beschlossen, jeweils um dem anderen zeit zu geben. aber tammy hatte mit diesem vorhaben ja schon von anfang an ein problem.
Ich bin ja mal gespannt, wie lange Tammy und Brian das wirklich aushalten.
wie lange gibst du ihnen? *lol*
Ob ihr wirklich bewusst ist, wie richtig sie mit ihrer Vermutung liegt?!
oh ja, das ist ihr sehr bewusst.
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(Melissa Etheridge)
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sam Experte


Anmeldedatum: 23.08.2006 Beiträge: 1022 Wohnort: bremerhaven
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Verfasst am: So Dez 13, 2009 18:37 Titel: |
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hallöchen. für die, die mögen, habe ich noch ein bisschen was, bevor es in die halbzeitpause geht.
Kapitel 20 – Versprechen / Teil 1
cause this is real, and this is good
it warms the inside just like it should
but most of all
most of all, it’s built to last
melee – built to last
Es gab schon einen Grund, warum Chicago auch The Windy City genannt wurde, denn der Wind fegte heute empfindlich kalt durch die Straßen. Seit sie die Praxis verlassen hatten, hatte Tammy ihren Kopf immer weiter eingezogen. Die Shirts, die sie in drei Lagen unter der dünnen Jacke trug, halfen heute nicht viel. Sie hätte sich einen Pulli von Brian überziehen sollen, aber damit hätte sie gar nicht mehr in ihre Jacke gepasst.
Es war zwar viel freundlicher als die Tage zuvor, aber blauer Himmel und Sonne hießen Ende Oktober nicht, dass es in Chicago warm und sommerlich war. Frostig würde es heute eher treffen. Aber in Kürze würden sie zurück in die Sonne fliegen, bis dahin konnte das kühle Wetter sie nicht umbringen. Bisher war es ja auch gegangen, oder besser gesagt es hatte gehen müssen, weil für Extras wie Klamotten kaum Geld übrig gewesen war. Und was sie aus Cali mitgebracht hatte... naja, überwintern konnte man damit hier sicherlich nicht.
„Du brauchst eine ordentliche Jacke“, stellte Brian gerade unmissverständlich mit Blick auf ihren eingezogenen Hals fest.
„Ich komm schon klar, danke“, winkte Tammy ab, aber Brian ließ sich nicht abwimmeln.
„Engelchen, das war keine Frage sondern eine Feststellung. Bevor wir jetzt überhaupt irgendetwas anderes machen, kaufen wir dir eine Jacke, die diesem zugigen Klima standhält.“ Er wickelte sich aus seinem Schal, der Hals und Stimme bis zu seinem nächsten Auftritt geschmeidig halten sollte und legte ihn Tam um. Das ließ sie sich gerade noch gefallen. Der angewärmte Stoff schmiegte sich an sie und ihre Nase nahm sofort den leichten Hauch von Armani Night wahr, der daran haftete. Soweit so gut, aber damit war sie doch nun ausreichend für die letzten zwei Tage ausgestattet.
„Ich wollte dich nicht wiederhaben, weil ich jemanden brauche, dir mir Klamotten kauft.“
„Nein!“ schickte Brian einen Stoßseufzer gen Himmel. „Mit Neuanfang meinte ich nicht, dass auch diese ganze Diskussion wieder von vorn losgeht.“
„Ich diskutiere doch gar nicht“, empörte sich Tam und ließ ihre Unterlippe wieder nach vorn wandern. Sie konnte einfach nicht anders, als ihm bei dieser Vorlage Kontra zu geben. Sie spielten sich langsam wieder aufeinander ein und waren auf dem besten Weg, zu ihrer alten Form zurückzukehren. Außerdem lenkten diese gut gemeinten Frotzeleien ihre Gedanken von kleinen Worten ab, die Bri in den Raum stellte und selbst anscheinend schon längst wieder vergessen hatte. Stattdessen debattierte er jetzt lieber mit ihr auf der Straße herum.
„Natürlich diskutierst du“, machte er gerade weiter. „Ich sage, wir kaufen dir eine Jacke und du sagst, du willst nicht.“
„Will ich auch nicht.“
„Wirst du aber. Du wirst gefälligst mein Kind warm einpacken.“
„Na super!“ Nun war es an Tammy, mit einem eindrucksvollen Stöhnen die Augen zu rollen. „Jetzt hast du ja für alle Gelegenheiten ein tolles neues Argument. Aber weißt du was? Mein Kind ist wunderbar warm eingepackt. Das hat nämlich ein vollklimatisiertes 1-Zimmer-Apartment, wie du vielleicht eben gesehen hast. Inklusive Vollpension und durchgehend warmer Küche.“ Ha, dagegen sollte er erstmal was vorbringen können!
„Nur weil unser Kind es da drin so schön gemütlich hat, musst du nicht frieren. Gib mir mal deine Tasche...“ Bri nahm sie mehr, als dass Tam sie ihm gab und wühlte einen Augenblick darin herum, bis er fand, was er darin vermutet hatte.
„Hier, nimm die“, und er hielt ihr die Kreditkarte zu seinem Konto hin, wofür er einen verständnislosen Blick von ihr erntete. Was sollte das denn jetzt?
„Ich habe die Karte nie sperren lassen“, klärte er sie auf und ihr Unterkiefer klappte nach unten.
„Warum nicht?“
„Keine Ahnung. Weil ich wütend auf dich war und sehen wollte, wie schnell du das Konto leer räumst, damit ich noch wütender sein kann. Oder um zu sehen, wohin du verschwunden bist, auch wenn ich nie zugegeben hätte, dass mich das noch interessiert hat. Das ist deine und bleibt deine. Ende der Diskussion.“
Tammy betrachtete die Kreditkarte in seiner Hand. Tz, dieser Kerl war einfach unberechenbar. Er hatte die Karte tatsächlich nie sperren lassen und sie somit die ganze Zeit immer ausreichend Geld dabei gehabt.
Aber selbst wenn sie davon ausgegangen wäre, hätte sie sie nicht benutzt, denn ihn zu bestehlen und weiterhin auf seine Kosten zu leben, wäre nie in Frage gekommen. Schon bei dem einen Mal hatte sie sich mies gefühlt.
Zudem hatte sie sich bemüht, keine Spuren zu hinterlassen, hatte nur mit Bargeld bezahlt, hatte den Amtrack anstatt ein Flugzeug für den Weg zurück ins Nichts genommen, auch wenn sie mit dem Zug gute vierzig Stunden unterwegs gewesen war. Außerdem hätte sie im Flieger ihren kleinen Vorrat nicht mitnehmen können.
Sie hatte bei Frank Unterschlupf gefunden und ihren Führerschein bisher nicht umschreiben lassen, denn sie hatte nicht wissen können, ob und wie weit Mike sie mit reinziehen würde und war lieber auf Nummer sicher gegangen. Sie hatte sich nichts vorzuwerfen, aber wenn sie untertauchte, dann richtig. Naja, bis auf die Krankenversicherung, über die sie sich überhaupt keine Gedanken gemacht hatte. Aber sowas hatte sie vorher auch noch nie gehabt. Es war Bri gewesen, der darauf bestanden hatte, dass so eine Versicherung unerlässlich war. Bitte, wenn er unbedingt wollte... Bisher war sie nie ernsthaft krank gewesen, und das Geld für die Tests gleich zu Beginn in LA, um herauszufinden ob sie sich in Chicago was eingefangen hatte, hatte sie sich zusammengeklaut.
Sie hatte sich kaum Gedanken darüber gemacht, wie das mit der Versicherung eigentlich funktionierte; man bezahlte einen monatlichen Betrag und durfte dafür zum Arzt gehen... Irgendwie so. Sie musste sich in Zukunft definitiv mehr um solche Dinge kümmern.
Schließlich nahm Tam Brian die Kreditkarte aus der Hand und steckte sie zurück in ihre Tasche.
„Aber die Bedingungen dafür bleiben dieselben“, bestimmte sie. Brian verdrehte die Augen, legte den Arm um sie und schob sie in das nächstbeste Geschäft.
„Alles so, wie es Madam beliebt. Und jetzt füge dich deinem Schicksal und such dir was Warmes.“
Sie haute ihm als Antwort mit dem Ellbogen in die Seite und traf ihn verhältnismäßig hart, da er sich nicht rechtzeitig wegdrehte.
„Lässt du etwa nach, Tiger? Du musst an deiner Reaktion arbeiten“, bekam er anstatt einer Entschuldigung zuckersüß von ihr zu hören und sie war sich sicher, dass er bereits in Gedanken an der Vorbereitung für die Vergeltung arbeitete. Gut so. Vielleicht konnte sie es heute Abend doch wagen und versuchen, ihn aus der Reserve zu locken.
Zufrieden nahm sie die ersten Kleiderständer mit Wintersachen unter die Lupe.
Tammy hatte sich lange daran gewöhnen müssen, sich von ihm aushalten zu lassen. Sie hatte in LA über ein Jahr lang ihre neu gewonnene Unabhängigkeit genossen und sehr gut auf eigenen Füßen gestanden, bis er ihr vor selbige gestolpert war. Bis dahin war sie immer mit sehr wenig ausgekommen, aber das passte nicht zu Brians Lebensstil. Er war zwar nicht verschwenderisch, aber allein von dem, was ein normales Abendessen bei seinem Lieblingsitaliener kostete, hätte sie zwei Wochen weit über ihre Verhältnisse leben können. Bei ihrem ersten Date hatte er sie dorthin ausgeführt und bei den Preisen auf der Karte hätte sie am liebsten nur ein Wasser bestellt - und selbst das wäre überteuert gewesen.
War ja schön, dass er sie beeindrucken wollte - und das Essen dort war wirklich fantastisch -, aber was konnte man als Musiker, wie er sich bezeichnet hatte, schon verdienen? Mehr als sie gedacht hatte, wie sich später herausstellte. Aber für solche Dinge, die für ihn alltäglich waren, konnte sie sich mit ihrem bescheidenen Einkommen beim besten Willen nicht revanchieren. Das hatte er auch nie erwartet, aber trotzdem hatte sie sich in der ersten Zeit komisch dabei gefühlt.
Kurz nach ihrem Einzug bei ihm hatte er ihr die Kreditkarte gegeben, die sie jedoch nur in Maßen nutzte. Schuhe, Handtaschen, Kosmetika - das alles war ihr nicht so wichtig. Natürlich war sie gern gut angezogen und es kam auch immer wieder ein neues Stück dazu; aber letztendlich griff sie im Schrank meist nach ihren Lieblingsteilen und stöberte lieber in Secondhand-Läden als in teuren Boutiquen.
Trotzdem war Geldausgeben etwas, woran man sich schnell gewöhnen konnte. Dem Schwarz ihrer Haare hatte es jedenfalls sehr gut getan, denn mittlerweile war sie von billigen Färbemittelchen auf Friseurbesuche umgestiegen, denn es hatte sich herausgestellt, das teuer in diesem Fall auch toll war. Hinzu kam, dass man auf der Straße nie wusste, wann einem Fans oder Paparazzi über den Weg liefen. Auch wenn sie gern behauptet hätte, dass es ihr egal war, so konnte sie sich doch nicht ganz davon freimachen und bemühte sich meist, wenigstens einigermaßen vorzeigbar das Haus zu verlassen, auch wenn sie nie auf die Idee kommen würde, deswegen ihren Stil zu ändern.
Und dann waren da noch diese verdammt appetitlich gestalteten Auslagen der hiesigen Feinkostläden, die ihr immer wieder das Leben schwer machten… Manchmal wenn sie fand, viel zu viel ausgegeben zu haben, bequatschte sie Bri, einen ähnlichen Betrag an eine Organisation seiner Wahl zu spenden. Dann hatten wenigstens auch andere etwas davon. Dass ihre Logik etwas hinkte und dadurch ihre Shoppingtouren doppelt so teuer zu Buche schlugen, war ihr erst auf den zweiten Blick aufgefallen.
Wie sehr sie sich an das unbeschwerte Leben gewöhnt hatte, hatte sie erst bemerkt, als sie plötzlich wieder mit leeren Händen dagestanden hatte. Sie kam damit noch immer gut zurecht, aber der Wechsel hatte ihr deutlich gezeigt, wie gut es ihr im letzten Jahr gegangen war.
Dabei ging es gar nicht um materielle Dinge. Geld konnte man nur zu einem gewissen Grad gebrauchen, zum Beispiel wenn es darum ging, Lebensmittel nicht nach dem Preis aussuchen zu müssen. Was nichts mit der Frage ‚Kaviar oder Fritten’ zu tun hatte, sondern eher damit überhaupt was zu essen oder lieber dem Budget zu liebe auf eine Mahlzeit zu verzichten. Früher war ihr sowas herzlich egal gewesen; gesundes Leben war was für Spießer, Hunger wurde mit anderen Sachen kompensiert, und sowieso hatte sie lange Zeit nur so lang Geld in der Hand gehabt, bis der nächste Dealer in Sichtweite war.
Sie sollte aufhören, an solche Zeiten zurückzudenken; der Weg führte nach vorn. Jetzt stand sie hier, gewaschen und gekämmt, mit Frühstück im Magen und duftete nach teurem Parfum. Wenn alles so weiterlief, wie es sich heute angedeutet hatte, würde sie in nächster Zeit in lockerer Reihenfolge einen Antrag, ein Kind und einen Ring bekommen, in einem ordentlich gestrichenen Haus wohnen, dessen Rasen regelmäßig gemäht wurde und das man auch nach Einbruch der Dunkelheit gefahrlos verlassen konnte. Ihre Erdnuss würde mit einem liebevollen, geradlinigen Vater aufwachsen und mit einer Mutter, die es tausendmal besser machen würde als ihre eigene. Sie würde ihr Leben mit dem Mann verbringen, den sie über alles liebte und der ihr den Himmel zu Füßen legen würde. Keine Ahnung, womit sie das alles verdient hatte, aber wenn sie noch länger darüber nachdachte und sich nicht schnell wieder auf die Klamottensuche begab, würde sie gleich hier mitten im Laden anfangen zu heulen.
Wie auf Kommando kam ihr Glück gerade um die Ecke gebogen, einen Stapel schwarzer Pullover auf dem Arm. Tam wurde in eine Umkleidekabine komplimentiert und erst entlassen, als sie alles durchprobiert hatte. Es passte fast alles, doch sie würde hier bestimmt nicht für die letzten Tage mit einer riesigen Einkaufstüte rausgehen. Also fand sie an nahezu jedem Teil etwas auszusetzen und reduzierte den Einkauf auf ein noch immer übertriebenes Maß von drei Oberteilen plus zweier passender Schals.
Bei ihrer eigenen Suche nach einer Jacke hatte sich die Auswahl auf zwei Modelle reduziert und sie stand schließlich leicht unentschlossen vor dem Spiegel: „Die oder die? Beide zählt nicht als Antwort.“
Bri zeigte auf die rechte, sie sah sich beide Jacken noch einmal genau an und entschied sich für die linke - nur um ihn zu ärgern und sich wieder in eine weniger sentimentale Stimmung zu bringen. Allerdings bekam ihr Shoppingbegleiter das gar nicht richtig mit, weil er interessiert nach draußen sah. Tams Blick folgte seinem auf die andere Straßenseite und sie wusste schon im selben Moment, wo sie sich in der nächsten Stunde aufhalten würden. Footlocker.
Brian hatte bereits geschätzte hundert Paar Turnschuhe zu Hause stehen, hatte im Gegensatz zu Tam ein eigenes Schuhzimmer. Aber warum wurde er so magisch von den Tretern angezogen, wenn er letztendlich doch immer mit dem gleichen Paar unterwegs war?
Tam ließ ihren Blick an seinen Beinen nach unten wandern. Ja, genau.
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sam Experte


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Verfasst am: So Dez 20, 2009 01:47 Titel: |
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ein kleiner vorweihnachtlicher nachschlag. ist ja das fest der liebe...
Kapitel 20 - Versprechen / Teil 2
Sie hatten das Geschäft gewechselt und Brian hatte schon die ersten drei Paar Sneakers eingehend untersucht, war gerade dabei, nach dem vierten zu greifen, als er plötzlich alles stehen und liegen ließ. Mit einem breiten Grinsen schoss er quer durch den halben Laden und nahm ein neues Objekt seiner Begierde in die Hände. Als Tammy ihm nachgekommen war, hielt er ihr seinen Fund entgegen.
„Die wollte ich schon immer haben.“
„Meinst du nicht, dass du dafür schon zu groß bist?“ Eigentlich müsste nun seine Retourkutsche kommen, aber er war viel zu fasziniert von dem winzigen Mini-Nike, den er andächtig auf seiner Handfläche balancierte.
Er freute sich wie ein Schneekönig und seine Augen strahlten wie an dem Tag, an dem er seine allererste frisch gepresste Solo-CD in den Händen gehalten hatte. Er versank für einen Moment in einer ganz eigenen Welt, nur das verklärte Lächeln blieb sichtbar zurück.
Eben war sich Tammy noch sicher gewesen, heute keinen emotionalen Angriffen mehr ausgesetzt zu sein, doch bevor sie sich versah, liefen Tränen ihre Wangen hinunter. Die Nase hochzuziehen geschah aus Reflex und ehe sie sich wegdrehen konnte, hatte Bri es gesehen und den ersten Sturzbach behutsam mit dem Daumen weggewischt.
„Was ist denn, Süße?“
„Nur einfach so“, schniefte sie. Was war denn bloß los mit ihr? Konnte das nicht mal jemand abstellen? Das war doch nur ein schnöder Einkaufsbummel. Was ganz normales. Und nun stand Bri hier vor ihr, starrte selbstvergessen das Schühchen auf seiner Hand an und brachte sie schon wieder total aus der Fassung.
Die Tränen liefen noch immer unaufhaltsam, obwohl Tam das gar nicht wollte und es musste jetzt einfach raus: „Du wirst so ein guter Daddy sein. Und wir werden das alles zusammen machen, und nicht ich irgendwo hier und du irgendwo woanders. Du bist da, wenn ich rund und fett werde und nicht mehr allein aufstehen kann. Dann fährst du nachts los, weil ich so Appetit auf geschmolzene Marshmellows mit Honigmelone und diesen kleinen Karamellcrunchies habe, die es nur am anderen Ende der Stadt gibt und... und dann ist da noch dein noch von vorhin.“
Dieses Wort trieb sie in den Wahnsinn, kreiste unaufhörlich in ihrem Kopf herum. Es war auf gleiche Weise aufputschend und beruhigend, die Erfüllung von etwas, das sie früher nie gewollt hatte und was sie jetzt auf Wolken schweben ließ, ihr gleichermaßen Angst machte und Zweifel zum Kochen brachte.
Sollte sie jetzt etwa abwarten, bis er eine passende Gelegenheit und einen Ring gefunden hatte, bis das Thema wieder auf den Tisch kam? In der Situation könnte sie doch unmöglich seine Beweggründe hinterfragen.
Brian war für einen Moment sprachlos. Er hätte nicht gedacht, dass dieses vollkommen in Gedanken gesprochene Wörtchen wie ein Bumerang zu ihm zurückkommen würde. Doch anscheinend hatte es sich in Tam festgefressen und er hatte es schon wieder mit seiner weinenden Frau zu tun.
Tam stand vor ihm und unaufhörlich liefen leise die Tränen an ihrem Gesicht hinunter, sammelten sich an ihrem Kinn und tropften von dort zu Boden. Ihr Blick flehte ihn an, etwas zu sagen, das den Strom zum Stillstand brachte.
In den vergangenen Tagen lief sein Leben wie im Zeitraffer ab - getrennt, zusammen, geschockt, gestritten, geheilt, vertragen. Und im gleichen Tempo war das Bild des mit Kerzen beschienenen Sees in Kentucky immer konkreter geworden. Auch nun war es wieder präsent.
Dass er Tam nur ansah und nichts sagte, wurde ihm erst bewusst, als sie das Wort abermals an ihn richtete.
„Warum sagst du solche Sachen, Bri? Das mit uns ist gerade wieder noch so frisch. Findest du nicht, dass es dafür zu früh ist?“
„Zu früh?“ Wann war denn der richtige Zeitpunkt, um sich für einen Menschen zu entscheiden? Genau wie jetzt musste es sich doch anfühlen, wenn man sein Glück mit Händen greifen konnte - auch wenn es gerade davonzuschwimmen drohte. Wenn man hoffte, die Zeit bliebe einen Moment lang stehen. Wenn man in Augen blickte, in denen man sich selbst wiederfand.
Brians tränennasse Hand wischte ihr wiederholt über die Wange.
„Auf was genau willst du warten, Engelchen? Ich hab dich gesehen, als ich das noch gesagt habe. Du hast nach Luft geschnappt und dein Herz ist davon galoppiert. Da war ein gleißendhelles Strahlen in deinen Augen - nein, lass mich korrigieren, eigentlich zog sich das über dein ganzes Gesicht und ging ganz bestimmt bis runter in deine Fußspitzen. Ganz pur und unverstellt. Von ganz tief drinnen. Du hast genauso ausgesehen, wie es sich bei mir innen drin anfühlt. Du hast noch mehr geleuchtet als die ganze Zeit, in der du mich beobachtest hast, während ich versucht habe, dieses kleine Geschöpf in dir zu begreifen.“
„Das ist es ja gerade. Ich will nicht, dass du es nur deswegen willst.“
Daher rührte also ihre Hin- und Hergerissenheit. Dabei musste sie ihn doch besser kennen. Als ob er das Sakrament der Ehe gedankenlos eingehen und, noch unvorstellbarer, genauso gedankenlos wieder lösen würde. Gottes Segen missbrauchte man nicht für eine Spontanaktion oder zur Bildung einer Zweckgemeinschaft mit steuerlichen Vorteilen. Und auch nicht, um moralischen Vorstellungen gerecht zu werden. Noch vor wenigen Tagen hätte er das vielleicht anders gesehen, aber jetzt war es nun mal so; das Leben ließ sich eben nicht in eine vorgefertigte Form pressen, schon gar nicht ein Leben mit Tam.
„Glaubst du das; dass ich es nur deswegen will? Waren wir die Tage nicht schon viel weiter? Hey“, er schob vorsichtig seine Hand unter ihr Kinn, um es anzuheben, „du musst mich schon ansehen. Glaubst du das wirklich?“
Er hatte sich bestimmt nicht aus dem Gefühl einer Verpflichtung heraus für sie entschieden. Es mochte jetzt in dieser Situation so aussehen, aber da war mehr. Viel mehr. Und das überschwemmte ihn jedes Mal auf’s Neue, wenn er sie glücklich sah. Und das war sie, das wusste er genau.
Es mochte noch nicht alles wieder so sein, wie es vor dem Kapitel Mike gewesen war. Es gab noch viel aufzuarbeiten. Vielleicht war das ihre Prüfung, die ihnen zugeteilt worden war, und vielleicht hatten sie genau das gebraucht, um sich bewusst zu machen, was sie aneinander hatten. Es hieß ja auch ‚in guten wie in schlechten Zeiten’.
An Tams Wimpern perlten noch immer kleine Tränchen, aber wenn man die fortwischte, war sie genau da, wo sie sein wollte - bei ihm angekommen. Und von da würde er sie auch nicht mehr weggehen lassen. Doch sie sah ihn noch immer an, suchte in ihm und in sich die Antwort, die sie schon längst kannte.
„Nein, das glaube ich nicht“, brachte Tam schließlich hervor.
„Trotzdem hast du Zweifel.“
„Vielleicht, weil das Wort unehelich nicht zu dir passt.“
„Mag sein“, gab er zu. „Aber Scheidung passt auch nicht. Dafür aber bis der Tod euch scheidet und so Gott will, bleibt uns noch eine lange Zeit, wenn die Kinder erstmal auf dem College sind. Da sollte man mit jemandem zusammen sein, mit dem man es lange aushalten kann und den man wirklich will.“
„Und du meinst, das bin ich?“
„Hm, jetzt wo du so fragst...“ Er hatte schon wieder einen lockeren Spruch auf den Lippen, wohl auch, weil Tam sich zusehends entspannte. Doch er schluckte ihn runter, setzte dafür eine ernst gemeinte Antwort hinterher: „Ja, das bist du. Du bist die, die ich will. Ich hab’ doch gestern schon gesagt, dass ich dich nicht wieder loslassen werde - was hast du gedacht, wie das gemeint war? Ich kann dir nicht beweisen, dass wir auch hier stehen würden, wenn San Diego keine Spuren hinterlassen hätte. Ich kann dir nur sagen, dass ich nirgendwo anders sein wollte als hier mir dir. Ich möchte dich jeden Tag lachen sehen. Möchte jeden Morgen noch vor dem Aufwachen wissen, dass du neben mir liegst. Ich möchte dein Zuhause sein. Du bist die, die ich mir an meiner Seite wünsche, wenn mir auch noch die letzten Haare ausfallen. Und du? Würdest du denn ja sagen?“
„Du meinst, wenn wir nicht mitten im Footlocker ständen?“ Sie war eine Zauberfrau, wenn sich die Anspannung in ihr löste, ihr Atem wieder leichter wurde und das freche Zwinkern in ihre Augen zurückkehrte.
„Als ob ich mir den Ort dafür ausgesucht hätte; du hast doch hier damit angefangen. Es war ja auch gar nicht meine Absicht, das übers Knie zu brechen. Unehelich hin oder her, von mir aus können wir uns ruhig Zeit lassen. Irgendwie hat ja jemand sowieso schon Gefallen daran gefunden, die „richtige“ Reihenfolge durcheinander zu bringen. Aber fragen werde ich dich, und wenn du noch ein kleines bisschen warten kannst, bekommst du was Romantischeres als das hier.“
„Dann wirst du auch noch ein kleines bisschen auf meine Antwort warten müssen.“ Meinte sie etwa, ihn damit hinhalten zu können? Tam brauchte gar nicht zu antworten, ihr aufglühendes Gesicht schrie ihm das Ja förmlich entgegen und das funkelnde Blau ihrer Augen überstrahlte alles.
So fühlte sich Glück an! Kein Wunder, dass Alex es nie abwarten konnte und mit Anträgen nur so um sich warf.
Während sie noch immer fast reglos dastanden und sich ansahen, Brian ihr ein lautloses ‚Ich liebe dich’ zuflüsterte, löste sich die Luftblase allmählich auf, die sie eingehüllt und in den letzten Minuten vor allen äußeren Einflüssen abgeschirmt hatte. Langsam entließ sie sie zurück in das geschäftige Treiben um sie herum, die Bässe der Hintergrundmusik und den Geruch von frischem Leder.
Brian fragte sich, ob er jemals wieder von Tammy wegblickten könnte. Die Anspannung war vollkommen aus ihrem Gesicht gewichen und hatte eine warme Aura hinterlassen. Beide bekamen das dümmliche Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht und von außen schien es, als hätte zwischen ihnen gerade eine Verschwörung stattgefunden.
Irgendwann löste sich Brians Blick schließlich doch von Tam und richtete sich auf den Schuh, den er noch immer in seiner Hand hielt. Er griff ins Regal und stellte noch einen zweiten dazu.
„Was meinst du, weiß mit blau oder mit rosa Glitzer?“
Tammy antwortete mit einem Schulterzucken: „Dein Nachwuchs ist noch ein bisschen schüchtern, was das angeht; bis jetzt hat die Erdnuss das noch nicht preisgegeben.“
„Die Erdnuss...?“
„So hab ich’s bisher immer genannt, weil’s auf den ersten Aufnahmen so aussah. Wir müssen unbedingt zu meinem Apartment fahren, damit du die Bilder ansehen kannst.“
„Schreiben wir sofort auf die to do-Liste. Also was meinst du? Wäre die erste offizielle Anschaffung.“
„Vielleicht eher die hier.“ Sie nahm ein weiteres Paar ohne feste Sohle aus dem Regal. „Die könnte es schon früher tragen.“
„Wir nehmen alle drei.“
An der Kasse gab es dieses Mal keine Diskussionen um die Bezahlung und mit Blick auf die Tüte, in der die Schuhe für das neue Leben vorübergehend verschwunden waren und der Frage, wohin es jetzt gehen sollte, fiel die Wahl ohne weitere Überlegung einstimmig auf: Babyshopping!
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(Melissa Etheridge)
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little_dream Anfänger


Anmeldedatum: 02.04.2009 Beiträge: 88
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Verfasst am: So Jan 10, 2010 12:51 Titel: |
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hab es jetzt endlich mal geschafft weiter zu lesen.
Irgendwie ist wieder alles an Gefühlen drin...
Trotz - wegen der Jacke,
Unsicherheit - die immer wieder durchsickert,
Freude - bei beiden gleichermaßen,
und auch wahre Worte (wenn auch in einer anderen Richtung).
"Kein Wunder, dass Alex es nie abwarten konnte und mit Anträgen nur so um sich warf."
Es ist schön zu sehen, dass sie es ein ganzen Stück weiter in Richtung 'gemeinsame Zukunft' geschafft haben.
Doch sind sie noch nicht endgültig angekommen...
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sam Experte


Anmeldedatum: 23.08.2006 Beiträge: 1022 Wohnort: bremerhaven
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Verfasst am: Mo Jan 11, 2010 22:14 Titel: |
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ein stück weiter richtung ankommen...
Kapitel 21 – Innenleben
express yourself
you’ve got to make him
express himself
hey, hey, hey, hey
so if you want it right now
make him show you how
express what he’s got
oh baby, ready or not
madonna – express yourself
Schwer mit Einkäufen beladen fielen Tammy und Brian noch immer aufgekratzt in ihrem Hotelzimmer ein, wo sich unzählige Tüten und Taschen über den Boden verteilten.
Nach ihrem kleinen Intermezzo im Footlocker waren die beiden den ganzen Tag von einem Geschäft zum nächsten gezogen. Zwischen aufgedrehtem Gekicher und langen verliebten Blicken hatten sie mit der Zeit jegliches Maß verloren, waren völlig dem Kaufrausch verfallen und die Ausbeute an Strampelanzügen, Lätzchen, allerlei Wäsche in Miniformat und Spielzeug war immer mehr angewachsen. Selbst die geschlossenen Pforten des FAO Schwarz hatten die ausgelassene Stimmung nur kurz trüben können; der Tag war zu gut, um sich solchen Rückschlägen zu ergeben.
Während Brian sich schnaufend auf das Sofa in der kleinen Sitzecke fallen ließ, wühlte Tammy in den Tüten und fand schließlich die Nachtischreste ihres Abendessens. Sie hatte wie immer darauf bestanden, das Übriggebliebene mitzunehmen und schnappte sich die Box, in der die verbliebenen Cremeteilchen des Desserts verstaut waren.
„Jetzt weiß ich auch, warum du das unbedingt haben wolltest“, witzelte Brian und zog dabei aus einer der Tüten ein sonnengelbes Shirt hervor, das sie auf ihrer letzten Station vor dem Abendessen in einer Boutique für Umstandsmoden erstanden hatten.
Sein Engel hatte sich sofort in das Teil verliebt - obwohl es meilenweit aus ihrem Kleiderschrank hervorstechen würde. Aber die Farbe passte einfach zu diesem Tag; über den kanariengelben Stoff zogen sich auf einer Seite die stilisierten Konturen einer Frauengestalt, die die knallige Farbe noch mehr hervorhoben. Hoffentlich würde Tam das Shirt auch wirklich anziehen, denn die Farbe stand ihr ausgezeichnet, vor allem wenn die Sonne ihr wieder einige ihrer Sommersprossen auf die Nase zaubern würde.
Auf jeden Fall standen die Zeichen nicht schlecht, dass sie es schon bald tragen könnte, was Brian auch gleich kundtat: „Wenn du deinem Appetit weiterhin so ungezügelt nachgibst, passt das schon in wenigen Tagen wie angegossen.“
„Du willst doch nicht etwa sagen, ich werde fett?“
„Wie könnte ich!?“ Brian hob abwehrend die Arme. Tam war weit entfernt von fett. Ja, sie hatte sich ein wenig verändert. Schon als sie in der ersten Nacht in seinem Arm geschlafen hatte, hatte er bemerkt, dass sie etwas weiblicher geworden war; ein etwas volleres Dekolletee, weichere Hüften… Es war die Natur der Schwangerschaft und daran war nichts, das die Vorzüge ihres Körpers trübte; eher im Gegenteil. Sie war absolut begehrenswert - was ihm im Laufe des Abends bestimmt wieder Probleme bereiten würde. Trotzdem zog er sie mitsamt Nachtisch auf seinen Schoß.
„Du bist wunderschön, auch wenn du kugelrund wirst.“
„Glücklich macht schön, wusstest du das nicht?“
„Wenn das so ist, dann wird gleich jemand vom People Magazine anrufen und mich zum ‚Sexiest man of the Year’ küren.“
„Das könnte durchaus passieren“, giggelte sie. Sie schob das neu erworbene Shirt aus dem Weg, ließ es über die Armlehne zu Boden gleiten und küsste eine zarte Linie von Brians Nase über die Wange bis zu seinem Ohr.
„Zeit für ein zweites Dessert“, flüsterte sie dort und Brian hielt unwillkürlich die Luft an, als ihre Lippen ein Stückchen tiefer glitten und verführerisch über seinen Hals strichen.
Erleichtert atmete er auf, als Tam dann doch nicht an ihm weiterknabberte, sondern sich über die Cremeteilchen hermachte, obwohl seit dem Abendessen keine Stunde vergangen war.
Er hatte schon vom ersten Tag ihres Kennenlernens an immer wieder fasziniert beobachtet, wie viel Essen in ihren schmalen Körper passte. Wenn man sie so von außen betrachtete, schienen Salatblättchen ihre Hauptnahrungsquelle zu sein. Dabei waren es aber eher Burger und Pasta, die ihren scheinbar unerschütterlichen Kalorienbedarf stillten; ganz zu schweigen von dem Süßkram, den sie zu jeder Tageszeit in sich reinstopfen konnte. Und jetzt aß sie ihre Lieblingssachen nicht nur nach- sondern mit Vorliebe auch durcheinander. Wenn er da an das gestrige Frühstück dachte...
Gerade begann sie, mit den Fingern die Beeren aus der Puddingcreme zu pflücken und steckte abwechselnd ihm und sich selbst die kleinen Früchte in den Mund, wobei sie Brian hauptsächlich die herben Physalis zuteilte, während die süßen Himbeeren und Blaubeeren in ihrem Mund verschwanden.
„Du weißt schon, dass ich diese Dinger eigentlich mag“, verzog er kauend den Mund.
„Dann lass doch den Mund zu.“
„Das ist ein Reflex. Außerdem hoffe ich auf die Erdbeere.“
„Träum weiter.“ Tammy hielt die Box demonstrativ außerhalb seiner Reichweite und griff sofort nach der einzigen Erdbeere. Er bekam gerade noch ihr Handgelenk zu fassen, bevor sie sie triumphierend in den Mund stecken konnte. Sie rangelten einen Augenblick kichernd auf dem Sofa herum und schließlich landete die Beere doch in Tammys Mund.
„Du muscht an deiner Reakschion arbeiten“, nuschelte sie grinsend mit vollem Mund.
„Du gibst die sofort her!“ Brian nahm ihr die Box aus der Hand, um möglichen Puddingcremeunfällen auf Polster und Teppich vorzubeugen und begann damit, sie gnadenlos durchzukitzeln. Erst als sie kurz davor war, sich an der Erdbeere zu verschlucken, gönnte er ihr eine Pause und sie war zu einem Kompromiss bereit.
„Isch teil schie mit dir“, und die Frucht erschien nahezu unversehrt zwischen ihren Lippen, doch verschwand genauso schnell wieder, als er seine Hand danach ausstreckte.
„Nischt allesch. Muscht du abbeischen.“
Brian beäugte Tam einen Moment skeptisch. Sie lag auf dem Rücken zwischen seinen Knien, ihr Gesicht war erhitzt von der heftigen Lachattacke. Ihr Brustkorb hob und senkte sich hastig, und dieses Auf und Ab zog ihn magisch in seinen Bann.
Sie schaffte es viel zu schnell, ihn in ihre kleinen Spielchen zu ziehen, und er wollte sich nur zu gern darauf einlassen, obwohl er befürchtete, dass es irgendwann zu spät für die Notbremse sein würde. Gestern hatte er sich so gut im Griff gehabt und jede zärtliche Sekunde mit ihr genossen; aber wenn er sie heute da unter ihm liegen sah… Wenn sie wüsste, wie viel Selbstbeherrschung es ihn kostete, seine Finger bei sich zu behalten, dann hätte sie gar nicht erst damit angefangen. Sie war einfach so verdammt sexy.
‚Es geht hier nur um die Erdbeere', redete er sich ein. Sein Blick blieb auf ihrem Mund haften, in dem sich die Beere und noch viel mehr verbarg. Nur ein kleiner Bissen, ganz unschuldig. Dabei würde er sich ja wohl beherrschen können.
Also ließ er sich schließlich darauf ein und seine Lippen berührten kaum ihre, als er vorsichtig ein kleines Stückchen der Frucht abbiss. Er spürte Tams weichen Atem auf seinem Gesicht, konnte den Geschmack ihrer Haut erahnen und hatte Mühe, sich rechtzeitig auf dreckige Socken und eitrigen Ausschlag zu konzentrieren. Den gewünschten Erfolg brachte letztlich die Erinnerung an den toten Ausdruck in ihren Augen auf Mikes Fotos - das kühlte ihn schlussendlich wieder ab.
Tam dagegen war vollkommen entspannt und lächelte nur, als er sich von ihr gelöst hatte und förderte einen weiteren Teil der Erdbeere ans Licht. Rot und verführerisch glänzte sie feucht zwischen Tams Lippen. Brian wusste, er sollte das hier abbrechen, sich einfach zurückziehen und das Spiel damit beenden. Doch er konnte sich heute nicht dazu bringen, seinen Blick von ihr zu lösen. Nur noch ein kleiner Kuss…
Wieder beugte er sich zu ihr und knabberte an dem Fruchtfleisch, das sie jedoch dieses Mal immer weiter in ihren Mund zurücksinken ließ. Anstatt sich mit der Ausbeute zufrieden zu geben, angelte er vorsichtig nach mehr. Dabei war es immer weniger die Beere, die er wollte, sondern ihr Mund selbst.
Sie ließ ihn ein, stupste einige Male seine Zunge zurück, bis sie ihn gewähren ließ und er den letzten Rest der mittlerweile aufgeweichten Frucht an ihrem Gaumen zerdrückte, sich das süße Mus in ihrem Mund verteilte, von dem er so viel Saft wie möglich aufsaugte.
Und auch als das Aroma bereits verflogen war, blieb er wo er war, denn Tam schmeckte tausendmal besser als jede Beere dieser Welt. Ihr Körper lag warm unter ihm und er verlor sich vollkommen in ihrem Kuss. Für einen Moment war alles weg - Mike, die Fotos, was er darauf gesehen hatte. Die Notbremse war auf einmal längst vergessen und Brian erforschte sehnsüchtig ihren Mund, erkundete das bekannte, lang nicht gefühlte Terrain. Er jagte noch ein wenig dem verlorenen Erdbeeraroma nach, spielte mit dem Piercing in ihrer Zunge, verschlang sich mit ihr. Leises, wohliges Stöhnen schien ihm entgegen zu klingen und drehte die Zeit zurück, während Tam ihn mit weichen Lippen aufnahm und ihn in Sicherheit wiegte. So merkte er erst, dass er völlig unter Strom stand, als es fast zu spät war.
Eine unbedachte Bewegung von ihr schickte Brian eine heiße Welle durch den Körper und ließ ihn aufschrecken. Er hatte ihren schmalen Körper beinahe unter sich vergraben. Seine rechte Hand hielt ihr Gesicht, die linke lag verflochten mit ihren Fingern neben ihrem Kopf. Tams Bewegungsfreiheit zwischen ihm und der Sofalehne begrenzte sich auf ein Minimum.
Brian drückte sich eilig in die Höhe und brachte so schnell es ging jede Menge Abstand zwischen sie beide, wobei er versuchte, das begierige Pochen in seiner Hose zu ignorieren. Das Zimmer war schnell durchquert und er verschanzte sich auf dem Bett in der hintersten Ecke. Weiter weglaufen konnte er hier nicht, auch wenn er es gern getan hätte.
„Was ist denn mit dir?“ fragte Tam leise und kam ihm langsam nach, während sie sich die letzten Saftreste aus den Mundwinkeln wischte.
Sie fragte, was mit ihm los war? Sein Hirn war zur Größe einer Walnuss zusammengeschrumpft, das war los.
„Es tut mir leid, ich habe da eben die Kontrolle verloren“, entschuldigte er sich.
„Hey, ist schon gut.“
Gut? Was sollte daran gut sein? Er bemühte sich ja, Tam mit so viel Respekt wie es irgend möglich war zu begegnen, ihre Grenzen nicht zu überschreiten, es langsam angehen zu lassen. Sie vertraute ihm, fühlte sich bei ihm sicher, und er wollte alles daran setzen, dass es auch so blieb. Doch auch wenn sein Kopf das so wollte, reagierte sein Körper dennoch auf sie, wie er es immer getan hatte. Einmal kurz nicht aufgepasst und er benahm sich wie ein Tier, denn sein ganzer Körper brannte darauf, sie zu berühren und Sex mit ihr zu haben. Hier und sofort.
„Ich komme mir vor, als würde ich dich genauso benutzen, wie Mike und dieser Typ. Kaum sind wir wieder zusammen, will ich mit dir ins Bett“, gestand er Tam geknickt, den Kopf in beide Hände gestützt. „Es ist schon fast so, als könnte ich an nichts anderes mehr denken, wenn wir allein sind. Ich seh’ dich an und schon...“ Er machte eine wegwerfende Handbewegung. Gerade noch hatte er auf ihr gelegen, sie würde wohl kaum verpasst haben, was schon ein harmloser Kuss in ihm auslöste.
„Ich bin auch nicht viel besser als die. Tut mir leid, ich wollte dich nicht bedrängen“, entschuldigte er sich noch einmal.
Bedrängen? Was??? DAS war sein Problem? Würde Bri nicht wie ein Häufchen Elend auf der Bettkante sitzen, hätte Tam jetzt laut gelacht. Da machte sie sich die ganze Zeit Gedanken, er könnte sich angeekelt von ihr abwenden und jetzt das. Von wegen bedrängen; wenn es nach ihr ginge, würde er noch immer auf ihr liegen, und das ohne den störenden Stoff zwischen ihnen. Sie krabbelte auf dem Bett zu ihm und schlang ihre Arme von hinten um seine Brust.
„Du bedrängst oder benutzt mich doch nicht. Wie kommst du bloß auf sowas?“ schnurrte sie, doch er hielt ihre Hand zurück, die sich gerade an seinem Gürtel zu schaffen machen wollte.
„Tam, lass das; das musst du nicht tun.“ Männer. Hatte irgendwann mal jemand behauptet, die seien einfach gestrickt? Ihrer hatte sich da offensichtlich in etwas verrannt, auf das sie selbst nie gekommen wäre. Aber wahrscheinlich war das so - es gab immer zwei Seiten, von der man eine Situation betrachten konnte, und er hatte sich die ausgesucht, in der sie am besten wegkam.
„Ich weiß, dass ich das nicht muss, will ich aber“, probierte sie erneut, ihm näher zu kommen. „Weißt du eigentlich, wie sehr du mir gefehlt hast?“ Und diese Durststrecke würde nicht andauern. Schon gar nicht, wenn er direkt vor ihr saß und genauso scharf auf sie war wie sie auf ihn. Warum nur war in Chicago Herbst, so dass er ein Shirt unter dem Sweater trug? Keine Möglichkeit, ihm mal eben mit flinken Fingern eine Gänsehaut auf den Rücken zu zaubern.
„Du hast mir auch gefehlt“, gab er zu, legte aber dabei ihre Hand, die sich noch immer auf Höhe seines Hosenbunds befand, auf seinem etwas weniger sensiblen Oberschenkel ab. „Aber ich kann doch nicht einfach zur Tagesordnung übergehen und so tun, als ob nichts gewesen wäre.“
„Das verlangt ja auch keiner von dir. Ich hab nur die ganze Zeit gedacht, du magst nicht mehr anfassen.“
„Ich will einfach nicht, dass du nur mitmachst, weil du dich zu irgendwas verpflichtet fühlst.“
„Das ist Quatsch.“
„Ach ja? Hast du dich mal angesehen, als der Typ dich... als er… Da ist nichts in deinen Augen, absolut nichts. Der hat sich einfach genommen, was er wollte, und ich werde mich da bestimmt nicht einreihen!“
Tammy musste schlucken. Wie lang hatte er die Fotos angestarrt und was genau meinte er, da gesehen zu haben? Was auch immer Brian da dachte, war doch total überzogen. Schön; er hatte also nicht nur die Schlampe auf den Fotos gesehen. Er hatte sich nicht abgewendet und den Anblick lang genug ausgehalten, um diese Leere in ihr zu sehen. Aber das war’s doch auch schon. Dieser ganze Drogenmüll hatte absolut nichts mit ihm zu tun, also warum grub er in Sachen rum, die ihn nichts angingen!?
Sie lehnte ihre Stirn gegen ihn, um die neue Entwicklung zu verarbeiten. Seine Sichtweise kam völlig überraschend. Von der billigen Schlampe, die für ihre Sucht bezahlte, war sie plötzlich zum missbrauchten Opferlamm geworden.
Zum einen hatte Bri ja Recht. Jamal hatte sich damals einfach an ihr bedient. Nicht nur an ihr. Wer hätte es ihm verdenken können; welcher Typ schlug schon eine schnelle Nummer aus. Er hatte den Stoff, sie den Körper. Deal. Sie hatte sich immer sehr gut auf die Treffen mit ihm vorbereitet, und daher war auch nicht viel Erinnerung daran übrig geblieben. Wenigstens dafür war sie dem Stoff heute noch dankbar, denn mitbekommen hatte sie davon nie viel, wie auch, wenn man kaum wusste, wo oben und unten war und alles in verschwommene Farben getaucht war. Genauso gut hätte es Jamal mit ’ner Gummipuppe treiben können - von der hätte er dabei ähnlich viel Reaktion bekommen.
Jamal - ein Name, den sie Brian gegenüber nie erwähnen würde. Es reichte, dass er die Bilder kannte. Aber das Gesicht würde für ihn keinen Namen bekommen; der würde es nur noch persönlicher machen.
Gott, scheiße, warum hatte Bri die Fotos ausgegraben? Musste sie ihm jetzt wirklich erzählen, dass sie damals für den Stoff und das bisschen vermeintliche Heimat fast alles getan hätte? Wenn sie ihm das so platt sagte, würde das ihr Sexleben bestimmt nicht besser machen. Dann lieber Brian und das arme Opfer. Aber das hielt ihn davon ab, Dinge mit ihr zu tun, bei denen sie sich normal und lebendig fühlte und auf die sie nicht verzichten wollte. Und die hatten bestimmt nicht immer was mit Blümchen zu tun. Wenn allein sein Schlafzimmer die Fähigkeit dazu besäße, wäre es so manches Mal rot angelaufen.
Wie sollte sie Bri jetzt von diesem Trip wieder runter bringen? Er hatte die Wahrheit verdient. Davon, ihn anzulügen, hatte sie vorerst genug. Aber was war denn die Wahrheit? Gab es die überhaupt? Und wenn sie es selbst nicht mal wusste, wo sollte sie dann mit Erklärungen ansetzen?
Tam rückte ein wenig herum, um sich neben Brian zu setzen. Sie würde das, was sie zu sagen hatte, nett verpacken und so versuchen, den Schalter in seinem Kopf wieder umzulegen. Sie musste ein paar Mal durchatmen, um die nötige Ruhe wiederzufinden.
„Bri, was auch immer du meinst, da gesehen zu haben, das ist lange her. Für dich mag das ja alles ganz aktuell sein, aber für mich liegt ein ganzes Leben dazwischen. Ich habe in der Zwischenzeit neue Erfahrungen gemacht, bessere. Du brauchst keine Angst haben, dass bei jedem Sex schlechte Erinnerungen bei mir aufkommen. Erstens ist das wie gesagt lange her, zweitens hat mich damals niemand zu was gezwungen.“ Dass sie kaum fähig gewesen war, ja oder nein zu sagen, und ihr ohnehin alles egal gewesen war, weil sie einzig und allein an neuen Stoff hatte kommen wollen, ließ sie vorsorglich weg. Mochte sein, dass er durch AJ einen Eindruck davon bekommen hatte, was Sucht bedeutete, aber im Grunde hatte er keine Ahnung. Je weniger man hatte, desto höher war der Preis, den man zahlen musste. Aber das war jetzt gar nicht das Thema. Jetzt wollte sie Bri beruhigen und auf ihre Seite ziehen. Also weiter im Text:
„Es besteht kein Grund dafür, mich wie eine Porzellanpuppe zu behandeln, denn ich habe weder ein Trauma erlitten noch Albträume deswegen. Ich habe mich damit einfach nur selbst erniedrigt und das ist schlimm genug. Aber viel schlimmer ist gerade, dass das zwischen uns steht und wir uns nicht mehr unbeschwert genießen können.“
„Sex und genießen? Du? Nach dem?“
„Natürlich genießen. Glaubst du etwa, ich hab nur mit dir geschlafen, weil es dazu gehört? Um dir einen Gefallen zu tun? Gosh, du warst dabei, das kann nicht dein Ernst sein! Hat sich das für dich etwa so angefühlt? Unecht und gespielt?“
„Was weiß ich schon.“ Oh nein, das war jetzt nicht sein Ernst!
„Tiger, du weißt, wie sich ein echter Orgasmus anfühlt. Kann man sowas wirklich überzeugend nachahmen? Und damit meine ich nicht das bisschen Rumgestöhne. Ganz abgesehen davon ist es auch ohne gut; sich zu lieben ist doch kein Wettlauf, bei dem man disqualifiziert wird, wenn man die Zielmarke nicht erreicht. - Ich liebe dich. Ich liebe es, wenn du mich einfach nur im Arm hältst, wenn du mich küsst, mich streichelst bis ich nicht mehr atmen kann, bis jede Pore und jede Zelle nach mehr schreit als es anatomisch möglich ist. Und ich liebe es, wenn ich mit dir dasselbe tue, bis du… dich total verlierst.“
„Ich verliere mich momentan aber schon fast, wenn ich dich bloß ansehe.“
„Na und? Es hat von Anfang an heftig zwischen uns geknistert, warum soll das plötzlich anders sein?“
„Ich finde das nur nicht sehr respektvoll nach dem, was du hinter dir hast.“ Hinter ihr - genau da sollte es auch sein.
„Dürfen wir denn jetzt deswegen kein erfülltes Leben mehr führen? Soll dieser Mist weiter beeinflussen, was wir tun und lassen, obwohl du mich willst und ich dich? - Ich weiß, ich hab in letzter Zeit viel geschauspielert, damit du nichts von meinem Absturz merkst, aber ich hab dir im Bett nie was vorgemacht. Dafür hätte es auch gar keinen Grund gegeben. Wenn ich keine Lust hatte, dann hast du das gemerkt, denn dann hab ich dir das ganz klar gesagt. Ich lass mich nicht mehr rumschubsen - von niemandem. Diesen freien Willen und die Selbstbestimmung habe ich mir hart erkämpft und ich werde dieses kleine Stück Egoismus nicht wieder aufgeben. Nicht mal für dich. Das ist mein Körper und darüber bestimme ich ganz allein. Den geb ich nicht her, nur um dir einen Gefallen zu tun; und ich lass nichts mehr mit mir machen, was ich nicht will. Das wird garantiert nie wieder passieren...“ Was redete sie da eigentlich? Man könnte ja fast auf den Gedanken kommen, Jamal hätte sie… So ein Quatsch! Hier gab es kein Opfer, und sie schon gar nicht!! Und jetzt wollte sie endlich ihr Leben zurückhaben!
„Bri, ich… was ich eigentlich nur sagen will ist,… wenn ich mit dir zusammen war, dann weil ich es wirklich wollte und Lust drauf hatte und nicht aus Pflichtgefühl oder weil es dazu gehört oder sowas. Bitte mach dir nicht so viele Gedanken.“
„Ich möchte einfach nur, dass es dir gut geht.“
„Es geht mir gut. Deswegen gibt es auch keinen Grund, dir was vorzumachen, denn ich fühl’ mich gut mit dir. Ich dachte eigentlich, sowas spürt man. Denk doch mal zurück - San Diego, unsere kleinen privaten Poolpartys, die erste Hausbesichtigung bei dir, gemeinsam einschlafen und wieder aufwachen… Was soll ich dir denn alles aufzählen? Du kannst das doch jetzt nicht alles infrage stellen.“
Es blieb einen Augenblick still und es sah ganz so aus, als dachte er ernsthaft über vergangene Liebesnächte und so manches leidenschaftlich durchkuschelte Wochenende nach. Der Schluss, zu dem Bri kam, fiel positiv aus; auch wenn er seine Erkenntnis in eine neue Frage verpackte.
„Aber wie kann das sein, Tam? Wie kann es sein, dass du nach all dem trotzdem Spaß daran hast?“ Nach all dem? Konnte er nicht endlich damit aufhören.
„Ich bin mit meinem Körper im Reinen, deswegen. Abgesehen von diesem blöden Rückfall ist da kein Gift mehr drin, das mir irgendwelche Gefühle vorgaukelt oder mein Urteilsvermögen vernebelt. Was da drin jetzt passiert, ist echt und ich kann mir selbst wieder trauen. Ich weiß was ich will, was ich brauche und was mir gut tut. Und ich habe so viel Spaß, weil mir dieses ungeheure Glück zuteil wurde, diesen wirklich tollen Man zu haben, der das auch weiß.“
Zum ersten Mal lächelte Bri; nur kurz, aber trotzdem ein kleiner Erfolg auf dem Weg zum Ziel. Mann hörte es eben gern, wenn Frau seine Qualitäten zu schätzen wusste. Aber ganz zufrieden war er mit ihren Erklärungen noch immer nicht. Ein Restzweifel blieb.
„Trotzdem muss es mal einen Punkt gegeben haben, wo du das eine nicht mehr mit dem anderen in Verbindung gebracht hast. Man kann das doch nicht so einfach abschalten.“
Ja ja, das mit dem Abschalten. Mr. Ich-will-dich-nicht-bedrängen hatte damit gerade seine Probleme und Tam konnte das auch irgendwo nachvollziehen. Sie hatte damals ja selbst nicht damit gerechnet, die Begriffe Mann, Sex und Vergnügen unverhofft wieder in einen positiven Zusammenhang zu bringen und tatsächlich wieder so etwas wie Lust zu verspüren.
Sie hatte Glück gehabt, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und dem richtigen Jemand zu begegnen. Einem noch nicht voll ausgewachsenen Exemplar der männlichen Spezies; zwar schon von Natur aus auf einfache Reize konditioniert, aber noch ungeübt und lernwillig. Das alles gepaart mit einer natürlichen Neugier und einer bezaubernden Schüchternheit…
„Was, wenn mir unterwegs jemand begegnet ist, der anders war als die anderen?“ sagte sie noch halb in Gedanken. Sie hatte lange nicht an ihn gedacht. Er erinnerte sich bestimmt noch an sie - das erste Mal vergaß man nicht.
„Wenn du magst, erzähle ich dir davon.“
Ob diese Begegnung auch zu Seinem Plan gehört hatte…? Gosh, der bloße Gedanke daran war bestimmt schon pure Blasphemie.
_________________ tell me does she love you like the way I love you
does she stimulate you, attract and captivate you
tell me does she miss you, existing just to kiss you
like the way I do
(Melissa Etheridge)
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Verfasst am: Mo Jan 11, 2010 22:14 Titel: Ähnliche Themen |
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sam Experte


Anmeldedatum: 23.08.2006 Beiträge: 1022 Wohnort: bremerhaven
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Verfasst am: Mo Jan 25, 2010 21:34 Titel: |
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Kapitel 22 – Bettgeschichten
we both surrender to the touch
as we lay there side by side
and everything around us disappears
if you believe in love tonight
I’m gonna show you one more time
if you believe then let it out
no need to worry, there’s no doubt
sasha – if you believe
Würde Tammy jemals ihre Memoiren schreiben, ginge spätestens an dieser Stelle ein Aufschrei durch die Menge. Aber was wussten die schon. Klar, es mochte auf den ersten Blick gewagt erscheinen, Bri von ihrem ersten drogenfreien Sex zu erzählen. Allerdings nur auf den ersten Blick. Auf den zweiten war es das beste Mittel.
Sie hatte ihn bereits neugierig gemacht, und während sie erzählte würde ihm sein Kopfkino den Film dazu liefern. Alles Weitere würde sich dann hoffentlich von selbst ergeben, denn er reagierte in der Regel sehr deutlich auf das gesprochene Wort.
Eine Geschichte mit erotischem Ende als Einleitung zum Vorspiel - hätte Tam einen Plan für den Abend gemacht, hätte er nicht besser sein können. Es war ehrlich und echt; und sie musste ja nicht allzu sehr ins Detail gehen, sondern nur ein wenig an der Oberfläche kratzen.
Tammy brachte Brian dazu, sich einigermaßen entspannt hinzulegen und kuschelte sich in seinen Arm. Wenn sie sich ihm noch ein wenig mehr zudrehte, könnte sie ohne weiteres ihr Knie auf seinen Oberschenkel schieben und wie zufällig ihr Bein zwischen seine rutschen lassen…
„Das war in Kansas“, begann sie, „kommt mir vor, als hätte ich mein halbes Leben in Kansas verbracht. Der Staat hat mich lange nicht losgelassen. Da war ich bereits nen paar Wochen clean und die Einzelteile in meinem Körper hatten sich mittlerweile wieder aufeinander eingespielt. Es ging mal wieder Richtung Westen und ich wollte eine Abkürzung nehmen, um schneller voran zu kommen. Ich hab doch schon erzählt, dass ich die meiste Zeit zu Fuß unterwegs war, oder? Leider habe ich die Hauptstraße nicht wieder gefunden bis es dunkel war. Ich bin bei diesem Farmhaus gelandet und wollte eigentlich nur fragen, ob ich in der Scheune schlafen darf. Wenn man nämlich nicht fragt und erwischt wird, kann es sein, dass man vom Hof gejagt wird. Aber wenn man nett fragt, bekommt man manchmal sogar noch was zu essen dazu.“
„Wer könnte dich auch einfach wegschicken. Nachts und allein.“
„Hast du ne Ahnung... Jedenfalls waren die ganz nett, ein Ehepaar mittleren Alters, ‚Ach Kind, so spät noch unterwegs’, haben mich reingebeten, mir die Reste vom Abendessen warm gemacht und zum Schlafen die Dachkammer quasi aufgedrängt. Voll süß, vor allem die Frau. Am nächsten Morgen bin ich früh auf - diese Farmleute schlafen ja nie lange - habe mich fertig gemacht und bin auf dem Weg vom Bad dem Sohn in die Arme gelaufen. Der hat geguckt wie’n Auto.“
„Hoffentlich nicht, weil du nichts anhattest.“
Sie knuffte Bri für seinen Kommentar kräftig in die Seite. „Also bitte! Ich lauf doch nicht bei wildfremden Leuten nackt über den Flur. Den Genuss solcher Aussichten muss man sich erst verdienen. - Jedenfalls hab ich noch nie solche Augen gesehen. Der Wahnsinn! Anwesende natürlich ausgenommen.“
„Natürlich.“
„Naja, es gab Frühstück und während wir noch essen, fängt Alma - die Hauherrin - schon an, Unmengen von so kleinen Einmachgläsern zu spülen und Obst anzuschleppen. Ihr Mann hat sich nach draußen verdrückt, der Sohn ist zur Schule und ich hab angeboten zu helfen - Marmelade und Chutney für den Markt machen. Ich sag dir, ich hab noch nie soviel kleingeschnittenes Obst auf einem Haufen gesehen. Insgesamt fünf Tage waren wir dabei.“
„Du bist fünf Tage geblieben?“
„Schlafplatz gegen Arbeitskraft. Mein Ziel war zwar Los Angeles, aber unterwegs habe ich gemerkt, dass ich gar nicht so schnell ankommen will. Ich hab die Zeit gebraucht, um Abstand zu gewinnen und mich selbst zu finden. Gosh, das klingt total esoterisch, aber irgendwie war’s so. Ich hab unterwegs Zeit gehabt drüber nachzudenken, was ich will und was nicht; hab gesehen wie normale Leute leben. Und ich hab da richtig arbeiten gelernt und was es heißt, einen geplanten Tagesablauf zu haben, mich an Termine zu halten - alles was vorher über Jahre vollkommen egal war. Ohne diese Zeit hätte ich es in Cali nie geschafft, einen Job länger als drei Tage durchzuhalten. Unterwegs war's nicht so schlimm, da bin ich dann einfach weitergezogen, wenn ich mal wieder wegen Verschlafen oder keine Lust nicht länger bleiben konnte. Aber manche Sachen haben richtig Spaß gemacht, da hab ich mich dann auch angestrengt. So wie bei denen in Kansas; da war's echt nett. Und außerdem war da ja Marvin mit diesen unglaublichen Augen.“
„Marvin, der Sohn?“ Sie nickte.
„Wie alt war der denn?“ fragte ihr Zuhörer argwöhnisch nach. Er hatte schon richtig erkannt, dass Marvin derjenige welche war. Süß, unverdorben; aus dem war inzwischen bestimmt ein hübscher junger Mann geworden, dem die Mädchen endlich die Beachtung schenkten, die er verdient hatte. Aber sie schweifte ab. Was war gerade die Frage gewesen? Das Alter? War das denn so wichtig?
„Alt genug, um heimlich mein Dekolletee zu bewundern und hochrot anzulaufen, wenn er sich ertappt gefühlt hat“, umschiffte sie eine direkte Antwort.
„Und wie alt?“ fragte Bri noch einmal.
„Ooch, naja, einen Führerschein hatte er jedenfalls schon, denke ich“, säuselte sie.
„Okay, dann muss ich das gar nicht wissen.“
„Genau, sag ich doch. Lass mich doch einfach erzählen. Also, Marvin war immer den ganzen Tag weg und abends hat er nur schnell was gegessen und hat sich dann irgendwohin verkrümelt. Bis ich ihn am dritten Abend auf der Veranda beim Zeichnen entdeckt habe. Bleistiftzeichnungen. Super schön! Landschaften, Bäume, Hände. Einfach klasse. Als wir uns darüber unterhalten haben, ist er richtig aufgetaut. Ich glaub, der hatte sonst niemanden, der sich dafür interessiert hat. Die Eltern zu einfach, die Lehrer nicht interessiert, die Mitschüler zu cool. Der gehörte mit seinem Talent auf die Kunsthochschule. Und so süß.“
„Was ist das bloß mit euch Frauen und Künstlern?“
„Weiß nicht“, grinste Tam, „musst du dich doch mit auskennen. Wo war ich denn?“ überlegte sie kurz, nahm mit Wohlwollen zur Kenntnis, wie locker Brian ihr zuhörte, und erzählte dann weiter. Es schien mittlerweile schon fast vergessen zu sein, wie sie überhaupt auf dieses Thema gekommen waren, und es fühlte sich an wie ein ganz entspanntes, vertrautes Beisammensein.
„Am nächsten Abend haben wir beide wieder auf der Veranda gesessen, haben geredet und er hat ein Windspiel abgezeichnet. Diese Finger hättest du sehen sollen; wie er den Bleistift gehalten und filigrane Linien auf das Papier gezeichnet hat...“ Sie hatte ihre Stimme ein wenig gesenkt und ließ ihre Finger fast unmerklich über Bris Brust fahren.
„Die Stimmung war einfach so relaxt, und ich habe mich so gut und sicher gefühlt wie schon ewig nicht mehr. Da hab ich ihn geküsst. Er ist hochrot angelaufen - und beim nächsten Mal hat er mich zurückgeküsst. Ich glaub’ nicht, dass er das schon oft gemacht hatte. Es war irgendwie voll unbeholfen, aber gerade deswegen war es so gut. Zum ersten Mal jemand, der nicht überzeugt von sich selbst war und meinte, nur die richtigen Knöpfe drücken zu müssen. Kein blödes Machogehabe, kein ‚Hey Baby, ich zeig dir mal richtig wo’s langgeht.’ Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wann mein Körper das letzte Mal so gekribbelt hatte… Ich hab ihn gefragt, ob er mit nach oben kommen möchte… er ist mitgekommen…“
„Du hast ihn verführt.“ Ja, das hatte sie wohl. Bei ihm hatte sie genau das richtige Maß an Kontrolle und Loslassen gefunden, dass sie damals gebraucht hatte.
„Er war total zurückhaltend und unsicher, wie und ob er was machen darf und was nicht; als könnte ich mich wegen einer unbedachten Bewegung in Luft auflösen oder es mir anders überlegen.“ Ihm war die Unsicherheit zunächst peinlich gewesen, und trotzdem hatte er sie nicht mit aufgesetzter Coolness überspielt, sondern hatte sich von Tam führen lassen.
„Es war schön, seine tastenden Hände zu spüren, ihm zu zeigen, was sich für mich gut anfühlt und ihn zu ermutigen sich auszuprobieren - und trotzdem sicher zu sein, ihn jederzeit stoppen zu können. War aber nicht nötig. Er war so ganz anders… so vorsichtig… Ich hatte es fast nicht für möglich gehalten, dass Männerhände so zärtlich sein können.“
Sie verschränkte ihre Finger mit Bris und drehte ihren Kopf, um ihn direkt ansehen zu können. „Nur dass du, im Gegensatz zu ihm, schon ganz genau gewusst hast, was du mit deinen machen kannst.“
Tam hatte sich Brian weiter zugedreht und ihr Bein hatte die Lücke zwischen seinen gefunden. Er spürte den angenehm leichten Druck ihres Schenkels und alles, was dabei an Gefühlen in ihm aufkam, ließ er diesmal ungehindert zu. Ihre kleine Geschichte hatte ohne Zweifel ihre Wirkung nicht verfehlt. Ein paar Worte, ihr sanfter Tonfall, ein paar Berührungen - sie hatte diesen Marvin verführt und war gerade mittendrin, das auch mit ihm zu tun. Und das alles nur, um ihm mitzuteilen, dass seine Lust auf sie durchaus erwünscht war.
Er lächelte, als er zusah, wie seine Hand entspannt über ihre Taille glitt, ihre Shirts ein wenig nach oben schob und sich dabei kein schlechtes Gewissen mehr bemerkbar machte. Auch Eifersucht verspürte er nicht. Denn Tam brauchte keinen unerfahrenen Jungen mehr, um sich überlegen und somit sicher zu fühlen. Was sie jetzt hatte, war ein Mann, der sie liebte und bei dem sie sich vertrauensvoll fallen lassen konnte. Bildlich gesehen hatte er Marvin sowieso schon während der Halbzeit aus dem Spiel genommen und sich an dessen Stelle gesetzt. Und bei dem kleinen hintergründigen Lächeln war das wohl auch genau Tams Absicht gewesen. Kleine Hexe.
Sein Blick ruhte einen Augenblick auf ihr, bis er sie zu sich hochzog und zärtlich küsste. Sie schmiegte sich sofort an ihn und verstärkte den Druck ihres Schenkels, was ihn kurz aufstöhnen ließ. Sie war schon wieder in seinen Kopf gekrochen und wusste genau, dass sie gewonnen hatte.
„Du bist ein kleines… manipulatives… Biest“, raunte er ihr zwischen den Küssen zu. Sie sollte ja nicht glauben, dass ihm nicht ganz genau bewusst war, welchen Plan sie verfolgt hatte. Doch Tam lachte nur samtig.
„Ich wollte dir nur sagen, dass es mir gut geht. Und jetzt fass mich an“, forderte sie ihn leise auf, während sie spielerisch an seinen Lippen knabberte, und er konnte nicht länger widerstehen.
Brian schickte seine Hände auf Wanderschaft über ihren geschmeidigen Körper und zog sie ganz auf sich. Die Antwort war ein zufriedenes Seufzen, als sie seine sanft streichelnden Finger schließlich am Rücken auf ihrer nackten Haut fühlte, und ihr Kuss vertiefte sich.
Doch auch wenn es die ganze Nacht dauerte, er würde sich Zeit lassen, würde sich langsam vortasten. Sie hatte ihm einen Schubs in ihre Richtung gegeben, aber das letzte Stückchen, die letzte Überzeugung, musste er selbst finden, denn ihre Geschichte mit Marvin konnte ihn nicht ganz darüber hinweg täuschen, dass sie böse Erinnerungen in sich trug. Sie hatte nichts wirklich ausgesprochen, hatte abgebremst, es nicht auf den Punkt gebracht. Aber was auch immer ihr Schlechtes widerfahren war, er musste ihr glauben, dass sie es hinter sich gelassen hatte und ein langer Blick in ihre Augen versicherte ihm, dass Tam sich gerade sehr wohl in ihrer Haut fühlte, über die seine Hände strichen.
Er würde ihr Vertrauen nicht enttäuschen und über eins war er sich ganz sicher: Er wollte heute Nacht keinen Sex mit ihr… er wollte sie lieben, so wie sie es verdient hatte, geliebt zu werden.
let it go,
let it roll right off your shoulder
don’t you know
the hardest part is over
let it in,
let your clarity define you
in the end
we will only just remember how it feels
our lives are made
in these small hours
these little wonders,
these twists and turns of fate
time falls away,
but these small hours,
these small hours still remain
let it slide,
let your troubles fall behind you
let it shine
until you feel it all around you
and I don’t mind
if it’s me you need to turn to
we’ll get by,
it’s the heart that really matters in the end
our lives are made
in these small hours
these little wonders,
these twists and turns of fate
time falls away,
but these small hours,
these small hours still remain
all of my regret
will wash away somehow
but I can not forget
the way I feel right now
in these small hours
these little wonders
these twists and turns of fate
these twisted turns of fate
time falls away but these small hours
these small hours, still remain,
they still remain
these little wonders
these twists and turns of fate
time falls away
but these small hours
these little wonders still remain
(Rob Thomas – Little Wonders)
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does she stimulate you, attract and captivate you
tell me does she miss you, existing just to kiss you
like the way I do
(Melissa Etheridge)
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little_dream Anfänger


Anmeldedatum: 02.04.2009 Beiträge: 88
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Verfasst am: Di Jan 26, 2010 19:08 Titel: |
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Irgendwie häng ich leider immer etwas hinterher... sorry
Kapitel 21
Es scheint zwischen beiden immer komplizierter zu werden, je besser es läuft. Ein Widerspruch an sich, aber durchaus nachvollziehbar.
Brian will die Tammy zurück, wie er sie kennen- und liebengelernt hat... ohne überhaupt zu realisieren, dass sie noch immer diese Tammy ist. Sie hat sich nicht erst nach ihrem Verschwinden geändert, sondern bevor sich beide überhaupt begegnet sind.
Dass er diesen Aspekt gar nicht berücksichtigt ist aber verständlich, weil es eben kaum erklärbar scheint.
Zusammenfassend ist es für mich eines der besten Kapitel deiner Geschichte.
Kapitel 22
Was soll ich sagen? Außer - na endlich!
Es ist als würde man mit Tammy den Moment herbei sehen, während man zeitgleich Brians Bedenken versteht.
Zumindest scheinen beide dem 'Ankommen' einen entscheidenden Schritt weitergekommen zu sein.
Hoffentlich gibt es keine Rückschläge zu verkraften und die Heimkehr steht unmittelbar bevor.
Bleibt nur noch der Antrag, der hoffentlich genauso gefühlvoll sein wird, wie diese letzten Zeilen...
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sam Experte


Anmeldedatum: 23.08.2006 Beiträge: 1022 Wohnort: bremerhaven
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sam Experte


Anmeldedatum: 23.08.2006 Beiträge: 1022 Wohnort: bremerhaven
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Verfasst am: Sa Feb 13, 2010 00:02 Titel: |
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das letzte kapitel vor meinem urlaub und das vorletzte vor der halbzeitpause...
Kapitel 23 – Es
underneath your clothes, there’s an endless story
there’s the man I chose, there’s my territory
and all the things I deserve
for being such a good girl
shakira – underneath your clothes
Als Brian am folgenden Tag aufwachte, war bereits helllichter Mittag hinter den erdfarbenen Vorhängen, die das Sonnenlicht weich in den Raum einließen.
Bevor er die Augen öffnete, tastete er neben sich und berührte warme seidige Haut. Leise lächelnd schlug er die Augen auf und erblickte nackte Schultern, schwarzes verwuscheltes Haar und einen nur halb verdeckten Rücken, in dessen Mitte auf beiden Seiten entlang der Wirbelsäule ein schwarzes, sich wiederholendes Schriftband verlief.
Verte! Respice vitam tibi donatam! Er kannte den Sinn der lateinischen Worte, aber deren tiefere Bedeutung hatte er erst in den vergangenen Tagen erfasst: ‚Wende das Blatt! Achte das Leben, das dir geschenkt wurde’, stand dort geschrieben. Das Tattoo hatte Tam sich nach ihrer Ankunft in LA stechen lassen, als Zeichen für den Beginn ihres neuen Lebens. Zugegeben mit gestohlenem Geld, wie er inzwischen wusste, aber das war ein längst verjährter Schönheitsfehler.
Bri ließ seine Finger sacht über die kleinen geschwungenen Lettern gleiten und rief mit seiner Berührung ein leises Seufzen hervor, das gedämpft durch Tams Kissen zu ihm drang.
Er beugte sich zu ihr vor und küsste ihre Schulter: „Guten Morgen, mein Engel.“
Als Antwort erhielt er wieder nur ein vertrautes Seufzen und ein leises „nicht aufhören“. So ließ er seine Hand weiter über ihre Haut gleiten und hauchte ihr kleine Küsse auf Rücken und Schulter. Dabei strich seine Hand bei jedem Mal ein Stückchen weiter ihre Wirbelsäule hinunter.
Tam blieb weiterhin auf dem Bauch liegen und räkelte sich wohlig, ihr Gesicht ihm abgewandt, und Brian erinnerte sich an letzte Nacht, in der sie sich nach der unendlich langen Zeit der Trennung endlos lang geküsst, gestreichelt und schließlich haltlos geliebt hatten. Er hatte jeden Teil ihres Körpers neu entdeckt, jeden Zentimeter mit den Händen erforscht und mit der Zunge neu vermessen, und dabei jede Regung von ihr ganz genau beobachtet. Zu behaupten, dass er dabei langsam und äußerst gewissenhaft vorgegangen war, wäre die Untertreibung des Jahrhunderts - zumindest bei der ersten Reise in dieser Nacht.
Es war wundervoll gewesen, sie zu lieben; erst zart und dann mit zunehmender Leidenschaft, und sie hatte jede Sekunde davon genossen, während sie zusammen die ganze Palette in dieser Nacht ausgekostet und kaum ein Ende gefunden hatten.
Er sehnte sich danach, Tam wieder so nah zu sein und wusste genau, dass sie gerade morgens äußerst empfänglich für seine Zärtlichkeiten war, wenn ihre schlaftrunkenen Sinne prickelnd zu neuem Leben erwachten.
Behutsam strich Brian immer wieder über ihren Rücken und schließlich bis hinunter zu ihrem Poansatz. Seine Zunge zeichnete dabei fortwährend kleine Kreise auf ihr Schulterblatt und sein Atem fächelte warm darüber. Er strich ihr Haar zur Seite, sog Tams Haut zwischen seine Lippen und knabberte kurz unterhalb ihres Ohrs daran - eine Stelle, an der sie besonders empfindlich war. Es war Frage und Versprechen zugleich und ihr schneller werdender Atem gab ihm Antwort. Er musste lächeln, wie wenig Überredungskunst es bedurfte, die letzte Nacht fortzusetzen... die schmutzigen Details gibt’s auf Anfrage...
Brian drehte gedankenverloren einzelne Haarsträhnen von Tam um seine Finger und genoss es, mit ihr hier zu sein, lauschte mit geschlossenen Augen auf die friedvolle Stille um sich herum. Tams Körper lag eng an ihn geschmiegt und er spürte ihren nun wieder ruhigen Atem auf seiner Haut. Für einen Moment versank er in wundervoller Mattigkeit, durch die hindurch ihre Fingerspitzen sanft über seine Brust strichen.
„Bist du noch da?“ fragte sie nach einer Weile leise, als wollte sie ihn nicht wecken.
„Immer. Ich schlaf’ doch jetzt nicht ein und verpass es, wenn ich die wundervollste Frau bei mir habe. Ich liebe dich...“
„...bis zum Himmel und zurück“, kam es von ihr zurück. Wann hatten sie eigentlich damit angefangen? Ihnen war dieses Buch mit den Hasen in die Hände gefallen... Ihr Haar glitt wiederholt seidig durch seine trägen Finger und er wünschte sich, den Moment für ewig festhalten zu können.
„Ich würde am liebsten den ganzen Tag mit dir hier liegen bleiben.“
„Spricht denn was dagegen?“
„Naja, so eine Kleinigkeit wie unser Rückflug morgen und dass du vorher deine Sachen bei Frank packen musst und dich bestimmt von ihm verabschieden willst.“
„Oder...?“
„...oder du möchtest morgen seeehr früh aufstehen und alles noch vorm Abflug erledigen.“
Sie gab ein kleines brummiges Geräusch von sich und streckte sich kaum merklich. Ihre Lippen streiften kurz seinen Hals und jeder nackte Zentimeter ihrer Haut schmiegte sich noch näher an ihn, als sie ihm ein weiteres „oder…?“ ins Ohr hauchte. Viel mehr bedurfte es nach dem bisherigen Verlauf des Tages nicht, um ihm eine weitere Möglichkeit schmackhaft zu machen.
„Oder wir bleiben genau hier, genau so und fliegen einfach einen Tag später“, sprach Brian die letzte, in diesem Moment einzig infrage kommende Alternative aus und Tam stimmte ihm mit einem zufriedenen Schnurren zu, kuschelte sich gemütlich in die Laken und in Brians Arme.
„Ich dachte, du möchtest so schnell wie möglich hier weg und wieder nach Hause?“
„Zuhause ist da, wo du bist. Und davon möchte ich gerade kein noch so winziges Stückchen abrücken, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt.“
Es ließ sich vermeiden; er musste nur irgendwann an das Telefon kommen, um den Flug zu verschieben, aber das hatte Zeit bis... naja, bis irgendwann später. Äußerst zufrieden mit der nun getroffenen Tagesplanung glitten seine Finger weiterhin durch ihr Haar.
„Wenn wir irgendwann wieder aufstehen, sollten wir Urlaub machen. Seychellen, Malediven, Fidschi oder meinetwegen auch die Florida Keys.“
„Erzähl mir mehr.“
„Nur Himmel, Wasser, ein Bungalow zwischen Palmen in einer kleinen Bucht am Strand, du und ich. In ein paar Monaten wird unsere ganze Kraft und Aufmerksamkeit auf ein neues kleines Leben gerichtet sein. Was hältst du davon, wenn wir uns vorher noch eine Auszeit gönnen?“
„Hast du denn überhaupt Zeit für Urlaub?“ wollte sie wissen.
„Noch der Auftritt bei Disney in der nächsten Woche und der Termin mit Jordan, und dann kann ich mir den Rest des Monate und den ganzen November freimachen bis es auf Weihnachtstour durch die Gemeinden geht… und es gibt Pläne für Thanksgiving bei meinen Eltern.“
„Hört sich gut an. Aber wolltet ihr Jungs nicht an was Neuem basteln?“
„Das ist angedacht, aber noch nicht konkret. Bis das in die heiße Phase geht, kann unsere kleine Erdnuss schon fast durchs Studio krabbeln“, lachte er. „Du kennst das noch nicht, aber wir haben da so unsere ganz eigene Zeitrechnung.“
„Mit einem neuen Album gehst du mit denen aber doch bestimmt sofort auf Tour. Kein wirklich gutes Timing für Nachwuchs.“
„Das ist ein Geschenk, dafür gibt es keinen schlechten Zeitpunkt.“ Brian senkte seinen Mund auf ihren und fügte leiser hinzu: „Es wird sich alles ganz wunderbar zusammenfügen und du wirst nicht schon wieder anfangen, dir Gedanken zu machen - nicht heute. Wir werden so viel Zeit haben, wie wir brauchen. Und wenn nicht, nehmen wir sie uns einfach.“ Er küsste sie. Ihre Lippen teilten sich, als seine Zunge darüber fuhr und seine Hand strich wie von selbst über ihren Körper, der sich ihm gerade völlig hingegeben hatte. Als er sanft über ihren Bauch streichelte, löste sich ein Grummeln daraus und er ließ seine Hand dort verweilen.
„Siehst du, es spricht schon und ist genau meiner Meinung“, grinste er, seine Lippen noch immer auf ihren.
„Spinner“, sie klapste auf seinen Arm, „das ist mein Magen und der verlangt nach Frühstück. Weißt du eigentlich, wie viele Kalorien ich letzte Nacht verbraucht habe?“
„Dem Krach nach zu urteilen, war es auf jeden Fall anstrengend...“
Er brachte vorsichtshalber seine Hand in Position, um einen erneuten Klaps von ihr abzufangen, doch sie neckte ihn nur: „Für mich oder dich?“
Als Antwort begann er, sie in die Seite zu kitzeln, bis ein erneutes Knurren ertönte.
„Okay, doch erstmal Frühstück“, entschied er, drehte Tam auf den Rücken und robbte halb über sie, um das Telefon erreichen zu können.
Bri angelte nach dem Hörer und tippte auf die erstbeste Taste. Er erwischte die Rezeption und eine altbekannte Stimme fragte, was sie für ihn tun könne.
„Michelle, wie geht’s dir heute!?... Gut; sehr gut... Wir brauchen ein Frühstück; diese französischen Croissants, Marmelade, Orangensaft, Kaffee, ganz viel Rührei mit Bacon, Pancakes und Blaubeer-Vanille-Tee, wenn ihr so was auftreiben könnt.“
„Erdnussbutter“, vervollständigte Tam seine Bestellung. Verdutzt drückte er den Hörer neben ihr ins Kissen.
„Du HASST Erdnussbutter.“
„Ich will aber Erdnussbutter auf mein Croissant“, bestand sie mit vorgeschobener Unterlippe.
„Sonst noch irgendwelche Gelüste?“
Sie legte ihren Kopf schief und ließ ihre Finger lasziv über seine nackte Haut an Schenkel und Po gleiten. Ein Bein schlang sich um ihn und ihr hingehauchtes „Schokoeis“ bescherte ihm schon wieder ein leichtes Kribbeln in der Lendengegend.
„Michelle, das alles plus Erdnussbutter und Schokoladeneis, vorzugsweise Häagen Dazs“, gab er den Rest der Bestellung schnell weiter und warf dann eilig den Hörer zurück auf die Gabel.
~ * ~
Am anderen Ende der Leitung hörte Michelle das Auflegen des Hörers. Doch anscheinend war er schief aufgekommen, jedenfalls erklang kein Piepen aus der Leitung sondern… Sie lauschte einen Moment und unterbrach die Verbindung dann mit leicht geröteten Wangen.
Das gehörte dann wohl auch zu den Dingen, die morgen nirgendwo nachzulesen sein würden.
~ * ~
_________________ tell me does she love you like the way I love you
does she stimulate you, attract and captivate you
tell me does she miss you, existing just to kiss you
like the way I do
(Melissa Etheridge)
Zuletzt bearbeitet von sam am Sa Feb 13, 2010 13:42, insgesamt einmal bearbeitet |
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little_dream Anfänger


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Verfasst am: Sa Feb 13, 2010 10:08 Titel: |
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für mich bitte einmal die "schmutzigen Details"...
...ansonsten kann ich mich nur wiederholen.
Die beiden zusammen sind ein Traum - ein Dreamteam.
Sie passen nahtlos ineinander, sind so unterschiedlich und ergänzen sich dabei perfekt und es scheint als kommen sie sich - mit jedem erfolgreich absolvierten Tag - als Einheit immer näher.
Im Nachhinein betrachtet, war die zeitweilige Trennung vielleicht notwendig, damit beiden klar wird, wo genau sie hingehören und dass es so diese Beziehung vollkommen gemacht hat.
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sam Experte


Anmeldedatum: 23.08.2006 Beiträge: 1022 Wohnort: bremerhaven
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little_dream Anfänger


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Verfasst am: Sa Feb 13, 2010 18:00 Titel: Ähnliche Themen |
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