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Backstreet Boys Adventskalender 2009
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spacecurly
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BeitragVerfasst am: Mi Dez 23, 2009 01:15    Titel: Antworten mit Zitat

So, der vorletzte Tag.
Vorweg 2 Sachen:
Zum ersten, dass Kapitel ist etwas ausgeartet, ich hoffe es macht euch nichts aus, aber alle losen Enden im letzten Kapitel unterzubringen hätte nicht gepasst.
Und zum zweiten: Die Geschichte, welche die Jungs nachspielen sollen wird inhaltlich nicht wirklich weiter verfolgt.
Wenn ihr mögt stelle ich sie gerne mit hier rein oder ihr meldet euch und ich schicke sie euch zu!

So, nun aber viel Spass mit dem 23. Dezember...

23. Dezember

Der letzte Tag vor der Aufführung neigte sich dem Ende zu und bei den Proben ging alles schief, was schief gehen konnte.
AJ's Minimotorbike gab den Geist auf, Howies Rentierpullover hatte ein Loch und musste irgendwie gestopft werden, und Brian hatte Kaffee über sein "Vorlesebuch" gesprenkelt.
Selbst Santa sah an diesem Tag irgendwie anders aus.

Nick, der sich als Elfe Ruphus ja ständig in seiner Nähe befand, schaute sich den Mann in rot immer wieder argwöhnisch an, weshalb er ständig seinen Text vergaß.
Sicher, eigentlich war an dem Santa alles wie sonst auch, und dennoch... irgendetwas war anders.
Es musste mit den Augen zu tun haben, dachte Nick.
Waren die nicht sonst immer braun gewesen?
Er war sich eigentlich ziemlich sicher, oder aber...

"Mensch, Nick, pass doch auf!", rief ihm Brian zu, "Du hast es schon wieder vermasselt."
Die anderen nahmen murrend wieder ihre Plätze ein, und sie probten die ganze Szene noch einmal.
Er versuchte sich wirklich zusammenzureißen, doch Nicks Gedanken wurden immer wieder abgelenkt.
Woher kannte er diese Augen nur?
Gesehen hatte er sie jedenfalls schon einmal... Nur wo?

In einer kleinen Pause sprach er die Anderen darauf an, die jedoch viel zu sehr mit dem Theaterstück beschäftigt waren und Santa daher nur einen kurzen Blick zuwarfen.
"Nick, du fängst an paranoid zu werden", Brian schüttelte den Kopf, "Versuch dich lieber auf das Stück zu konzentrieren, sonst geht morgen alles den Bach runter."
"Wie viele Karten sind denn eigentlich verkauft worden, für das Stück?", wollte AJ wissen, "Die paar Karten, die wir versteigert haben, füllen ja gerade maximal zwei Reihen."
Abgelenkt von dem eigentlich viel wichtigerem Thema, ließ auch Nick seine Fragen bezüglich Santa fallen.

In der Tat war es wohl viel wichtiger, dass die mehr als Zweitausendfünfhundert Sitze belegt waren, als die Augenfarbe von Santa.
Denn wenn das Stück ausverkauft war, dann konnte man wenigstens davon ausgehen, dass sie eine ordentliche Summe Geld zusammen bekamen für "ihre" Charity Organisation.
Morgen würden sie dann auch sicher zu hören bekommen, für welche Organisation sie sich eigentlich so ins Zeug gelegt hatten.

Der Weihnachtsengel, der gegen Abend auftauchte, konnte sie beruhigen.
Die übrigen Karten waren an der Theaterkasse zu kaufen gewesen, und die Anfragen über das Internet hätten auch eine zweite und dritte Vorstellung zugelassen.
Obwohl die Preise weit über denen anderer Produktionen lagen, waren sie innerhalb weniger Stunden ausverkauft gewesen.

"So kommen wir also zu eurem letzten Auftrag, den ich euch überbringen darf", sie zog ein vergoldetes Kärtchen aus ihren Trompetenärmeln, "Denn morgen habt ihr euren Auftritt, und da sollt ihr euch auch voll und ganz drauf konzentrieren."
Die Jungs schauten sich an.
Wie schnell ihnen die Tage in diesem Jahr weggelaufen waren, morgen war schon der heilige Abend und am Tag danach sollte es Geschenke geben.
"Santa möchte, dass ihr einen Baum rettet, den keiner haben möchte", der Weihnachtsengel schaute von seiner Karte auf und begegnete vier Paar Augen, die sie allesamt wie vom Donner gerührt anschauten. "...Jungs, sagt mal geht's euch gut?"

"Uhm klar, aber sag mal, du kommst doch morgen sicher auch vorbei, oder?", wagte Nick hervorzubringen.
Der Engel war ein fester Bestandteil ihres täglichen Tagesablaufes geworden und irgendwie war es schwer vorstellbar, dass sie heute zum letzten Mal einen Auftrag vorbeibrachte.
"Ja, du musst morgen unbedingt bei der Vorstellung dabei sein, da findet sicher anschließend noch eine Party oder so statt, und du gehörst ja mit dazu", auch Brian hatte sich endlich soweit gefasst, dass er seine Sprache wieder gefunden hatte.

Nachdem sie ihren Weihnachtsengel überredet hatten zu kommen, saßen sie eine Weile schweigend beisammen.
"Ich kann gar nicht fassen, wie schnell die Zeit rumgegangen ist", Howie schüttelte den Kopf, "Kommt mir so vor, als wenn wir erst gestern in den Bus gestiegen sind und unseren ersten Weihnachtsauftrag bekommen haben."
"War schon irgendwie cool, das alles mal zu machen", gab auch Brian zu und fügte dann zwinkernd hinzu, "Auch wenns verdammt kalt ist im Iglu."
"Solange man uns nicht nötigt zu basteln, ist das wirklich mal eine originelle Art und Weise Weihnachten zu begehen. So hatten wir praktisch alle einen eigenen Adventskalender", AJ nickte bedächtig mit dem Kopf, "Und es hat verdammt viel Spaß gemacht... irgendwie."

"Vor allem unseren Marcus Grinch zu bekehren", Nick lachte und gab dann zum Besten: "'Und ich BIN nicht euer Grinch!' Mensch, ich dachte Marcus knallt aus allen Nähten."
"Zugegeben, er war nicht wirklich begeistert. Aber der Brief, den AJ ihm hingehalten hat, hat ihn doch ziemlich zum Nachdenken angeregt", erinnerte sich Brian.
"Soweit ich das verstanden habe, hat er seine Familie von der Idee in Kenntnis gesetzt und man wollte mal über Geschenke, bei denen man Zeit miteinander verbringen muss, nachdenken", schmunzelte Howie, "Das hat ihn, glaube ich, ein wenig versöhnlicher gestimmt."

"Ich fand am coolsten, wie wir mit den Rentierschlitten gefahren sind", bemerkte Nick, "Mann, die Dinger hatten vielleicht Fahrt drauf."
"Viel besser war Nick, der den Weihnachtsmann geknutscht hat!", erinnerte sich Howie, und alle begannen zu lachen.
"Das war nichts im Vergleich zu Nick und AJ, die halbnackt durch den Tourbus gestiefelt sind und unseren Fans sicher den ein oder anderen Herzinfarkt beschert haben", Brian lachte, "Wenn ich es ihnen nicht gesagt hätte, wäre es ihnen sicher nicht mal aufgefallen."

Eine Weile schwelgten sie noch in den Erinnerungen der letzten Tage.
Dann machten sie sich, einer nach dem anderen und ganz in Gedanken, auf den Weg einen Baum zu finden, den kein anderer haben wollte, und der bei ihnen Zuhause doch zu einem echten Weihnachtsbaum werden sollte.

*** *** *** ***

Santa betrachtete, wie liebevoll jeder sein gerettetes Bäumchen nach Hause trug.
Zugegeben, die Tannen waren alles andere als schön, und mit Sicherheit hatte auch kein Bäumchen dieser Art jemals den Luxus erfahren doch noch ein geschmücktes Bäumchen zu werden, doch dieses Jahr war eben alles anders.

Howie kam mit einer kleinen, schiefen Tanne Zuhause an, die seine Frau verwundert beäugte.
"Lass mich raten, euer Auftrag lautete den hässlichsten Baum zu finden", sie begann zu lächeln.
"Nicht ganz, den Kleinen hier wollte keiner haben", Howie schmunzelte, "Zu klein, zu schief und nicht dicht genug, und all solche Sachen. Also habe ich ihn gerettet, und statt Brennholz wird es nun unser Baum... nun ja, Bäumchen."

Auch Brian hatte endlich einen Baum gefunden, den er retten und mit nach Hause nehmen wollte.
Als er endlich im Ständer war, betrachtete er ihn nochmals von allen Seiten.
Von der Größe her entsprach er genau den Maßen, wie ihn auch die anderen Weihnachtsbäume besaßen, die jemals in diesem Wohnzimmer ihren Platz gefunden hatten.
"Das wird das denkwürdigste Weihnachtsfest, dass wir jemals hatten", seufzte Leighanne, als sie die nur spärlich begrünte Tanne sah.
Der Baum war recht kahl, und die dünnen Äste waren alles andere als gerade gewachsen.
"Baylee wird nicht glücklich darüber sein", wagte sie einzuwenden, "Wir könnten ihn doch in ein anderes Zimmer stellen und für das Wohnzimmer einen Schönen kaufen."
"Wieso? Das ist ein geretteter Baum, und ICH finde ihn schön. Außerdem können wir, ganz im Weihnachtssinne, das Geld für einen Anderen lieber sparen, oder noch besser spenden", Brian schaute liebevoll auf den Baum, der zugegebenermaßen niemals seinen Weg in ihr Haus gefunden hätte, wenn es die Aufträge von Santa nicht gegeben hätte.
Aber er hatte im Verlauf der letzten dreiundzwanzig Tage gelernt, dass man dankbar sein sollte, für die Dinge, die man hatte und die man tun konnte, auch wenn man es nicht immer freiwillig tat.

AJ beäugte gerade die verbliebenen Bäume bei "seinem" Händler, als dieser eine Tanne zurück auf einen Anhänger schmiss.
Bei dem Anblick wusste er sofort, dass es sich um "sein" Bäumchen handelte, das da so schmählich abgewiesen wurde.
"Den möchte ich haben", rief AJ dem Mann zu und deutete auf das Ding, dass soeben auf den Anhänger geflogen war.
Der Händler schaute ihn fassungslos an, als ob er kaum glauben könnte, dass er tatsächlich ein so unglückliches Gebilde los wurde.
Stolz einen Baum gefunden und gerettet zu haben, machte AJ sich auf den Weg nach Hause, wo er ihn mit den Worten "Du brauchst draußen nicht weiter zu frieren, hier drinnen ist es viel schöner." aufstellte.

Da Nick weder wusste, wie die perfekte Tanne auszusehen hatte, noch wie er einen Baum finden sollte, den keiner haben wollte, fühlte er sich mit diesem Auftrag etwas unwohl.
Wenn er wenigstens einen der anderen Jungs hätte begleiten können...
Es war ja nicht so, dass er sich keine Mühe geben wollte bei dem Auftrag, nur wie sollte er etwas kaufen, von dem er nicht mal wusste, wie man es erkennen konnte?
Wagemutig machte er sich auf, zu dem Platz, über dem ein großes Schild hing das den perfekten Weihnachtsbaum versprach.
Sehr zu Nicks Enttäuschung war der Platz so gut wie leergefegt, nur noch ein ramponierter Tisch und ein Netzüberzieher für den Baumtransport waren vorzufinden, und selbst das versuchte der Besitzer gerade in einem kleinen Bus zu verstauen.
"Guten Abend", Nick wollte im Angesicht des leeren Platzes trotz allem nicht aufgeben, "Haben sie vielleicht noch einen Baum?"
Der Verkäufer schaute ihn belustigt an: "Was glauben Sie, was Sie um die Zeit noch bekommen? Der da drüben in der Ecke ist der Letzte."
Nick schaute in die Richtung, in die die ausgestreckte Hand wies.
Eine kleine Tanne stand dort einsam und verlassen.
"Wollte wohl keiner haben, oder?", murmelte Nick, doch der Mann hatte ihn gehört.
"Wenn Sie mit dem armseligen Ding Zuhause aufkreuzen, reißt Ihre Frau Ihnen den Kopf ab", der Händler schüttelte den Kopf.
"Prima, den will ich haben!" Nick strahlte den Verkäufer an, als wenn der ihm soeben einen Sack voll Geld versprochen hätte.
Ungläubiges Staunen machte sich auf dem Gesicht seines Gegenübers breit, und stotternd nannte der Verkäufer einen Preis.
Ohne mit der Wimper zu zucken bezahlte Nick und fuhr nach Hause.
Er konnte absolut keinen einzigen Makel an dem Bäumchen finden, warum also hatte er kein Zuhause finden können?

Auch Santa schmunzelte, von allen Bäumen hatte Nick wirklich den schönsten erwischt und er hatte den Auftrag genauso erfüllt wie alle anderen.
Einen Baum den keiner haben wollte.
Vielleicht war es Vorbestimmung, dass Nick und der Baum zusammen kommen mussten. An Weihnachten war ja alles möglich, auch im sonnigen Los Angeles.



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"Schatz, du kannst das Licht ausmachen, wenn du das WC nicht benutzt, die Toilette hat nämlich keine Angst im dunkeln!!!"
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LadyCK
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BeitragVerfasst am: Mi Dez 23, 2009 09:39    Titel: Antworten mit Zitat

Das macht doch gar nichts wenn's ein bisschen länger wird. Und ich finde nicht, dass es ausgeartet ist. Smile Ich fand die Rückblicke der Jungs sehr schön!
Und ich bin schon soooo gespannt auch morgen!!!



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sam
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BeitragVerfasst am: Mi Dez 23, 2009 10:09    Titel: Antworten mit Zitat

es ist soooooo schade, dass es morgen vorbei ist. ich trage schon trauer... die baumrettungsidee ist doch von shan oder zumindest von ihr inspiriert? Wink wie sieht denn in diesem jahr dein gerettetes bäumchen aus?

bin total gespannt auf die aufführung morgen (und ja, du darfst als kleine zugabe gern das stück hier einstellen), erstens weil bestimmt alles gut laufen wird (dazu gehört auch eine daneben gegangene generalprobe), und zweitens weil sich dann endlich der santa zu erkennen geben wird. Very Happy



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Shan
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BeitragVerfasst am: Mi Dez 23, 2009 11:02    Titel: Antworten mit Zitat

sam hat Folgendes geschrieben:
die baumrettungsidee ist doch von shan oder zumindest von ihr inspiriert? Wink wie sieht denn in diesem jahr dein gerettetes bäumchen aus?

*lach* ^^ Weiß noch nicht, wir stellen ihn erst heut Abend auf. Wir suchen uns ja eigentlich jedes Mal perfekte Bäume. Dass wir mal wieder einen gerettet haben, merken wir immer erst, wenn er schon auf dem Tischchen steht. Wink ^^



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mäuschen
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BeitragVerfasst am: Mi Dez 23, 2009 12:40    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin wieder auf dem Stand und kann nur sagen ich finde die 3 Teile einfach wundervoll, wie schon mal am Anfang gesagt, es bringt einen selbst zum Nachdenken was an Weihnachten eigentlich wichtig ist. Ein Fest mit der Familie im Kreis der Lieben. Smile
Danke für diese schöne Adventszeit.



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Jessi2801
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BeitragVerfasst am: Mi Dez 23, 2009 15:26    Titel: Antworten mit Zitat

Die zeit ist wirklich so schnel rum gegangen.....weiß jetzt schon das ich die tägliche lesedosis vermissen werde!

Die Rückblicke waren echt schön....so das es alles andere als zu lang war.

Weihnachtsbaum kaufen....da reiche ich Nck sofort die Hand.....wüßte auch nicht was ich da für einen kaufen sollte.
Wir haben keinen, würde gar nicht gehen bei unseren 4 Langnasen.....


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spacecurly
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BeitragVerfasst am: Mi Dez 23, 2009 20:20    Titel: Antworten mit Zitat

So, der vollständigkeit halber dann auch das Stück, bzw die Geschichte, die ich gefunden habe.
Muss ich da eigentlich auch angeben, wo im Internet ich die gefunden habe? Oder reicht einfach so, wie sie ist mit dem Namen vom Autor???
Naja, sie ist unverändert und ich habe mir ja nur die Idee für das Stück ausgeliehen, wenns also jemanden stört, bitte melden... gerne erst bei mir und am liebsten ohne Anwalt Mr. Green bin ja ein friedfertiger Mensch...

Eine nicht ganz so stille Nacht
von Klaus-Peter Behrens

„Ich sollte mich allmählich zur Ruhe setzen.“
Müde stapfte der Weihnachtsmann durch den tiefen Schnee. Sein Atem bildete kleine Wolken in der kalten, kristallklaren Luft, die in immer kürzeren Intervallen geradewegs aus den Tiefen seines schneeweißen Bartes zu kommen schienen. Grundsätzlich be-suchte der Weihnachtsmann die Kinder am Weihnachtsabend ja gerne, doch dieser An-stieg durch den Wald den Hügel hinauf war wahrlich kein Vergnügen. Schon gar nicht, wenn man mehrere hundert Jahre alt war, dazu noch einen großen Sack mit sich her-umschleppen mußte und einem als Lichtquelle nur der gute alte Mond zur Verfügung stand, der es sich nicht nehmen ließ, gelegentlich hinter einer Wolke zu verschwinden. „Vielleicht hätte ich doch Ruphus mitnehmen sollen“, überlegte der Weihnachtsmann, während er für einen Moment anhielt, um wieder zu Atem zu kommen. Fast ein wenig neidisch dachte er an den Weihnachtselfen, der es sich vermutlich gerade in dem Ren-tierschlitten bequem machte und nichts anderes zu tun hatte, als auf die Rückkehr seines Meisters zu warten. Elf mußte man eben sein. Sein müder Blick wanderte den Hügel hinauf. Ein warmer Lichtschein fiel dort durch die Bäume und wies ihm so auf den letzten Metern den Weg. „Nun gut, die Pflicht ruft. Wäre doch gelacht, wenn ich den Rest nicht auch noch schaffe“, seufzte er und setzte sich wieder in Bewegung.

Etwas weiter oben lag Harro, der Hofhund, in seiner Hütte und sinnierte über die Ungerechtigkeit des Lebens. Heute war Heiligabend. Das war nicht zu übersehen. Überall auf dem Hof brannten bunte Lampen, und aus dem Haus roch es zum ersten Mal seit Wochen wieder richtig gut. Ganz offensichtlich wurde dort etwas Schmackhaftes zubereitet, nur ihm würde das vermutlich nicht viel nützen. Mißmutig fiel sein Blick auf den Freßnapf, der vor seiner Hütte stand und vor Trockenfutter überlief. „Eigentlich müssen wir ja sparen“, hatte sein Herrchen ihm vorhin verkündet und dann sein Futternapf doch bis zum Rand gefüllt. „Aber heute ist Weihnachten. Tut mir leid, alter Junge, aber mehr als Trockenfutter ist nicht drin.“ Und das zu Weih-nachten! Harro war sauer. Am liebsten hätte er jetzt Minka, die alte Hauskatze, über den Hof gejagt und sich ein wenig mit ihr gestritten, doch die war leider diesen Herbst verstorben. Harro vermißte sie. Auch wenn er es ihr nie gegenüber hatte zugeben können, er hatte die alte Katze gemocht. Nun war er das einzige Tier im Haus, und das war langweilig. Noch mehr als er, schien jedoch die fünfjährige Tina unter dem Verlust zu leiden. Seit Minka verstorben war, lief sie nur noch mit Trauermiene herum und schien Harro gar nicht wahrzunehmen. Als ausgewachsener Schäferhund war er eben kein geeigneter Ersatz für eine Angorakatze, egal wieviel Mühe er sich auch gab, ihre Aufmerksamkeit zu erlangen. Das Leben war einfach ungerecht. Ein plötzliches Geräusch lenkte Harro von seinen trübseligen Gedanken ab. Wenn ihn sein gutes Gehör nicht täuschte, schlich sich jemand auf der anderen Seite des Hofes den Hügel hinauf. Das war zur Abwechslung einmal interessant. In freudiger Erwartung bleckte Harro die Zähne. Während andere Hunde nun laut bellend den Eindringling begrüßt hätten, liebte Harro den Überraschungseffekt, den er, sehr zum Leidwesen des örtlichen Briefträgers, bis zur Perfektion eingeübt hatte. Leise schlich er im Schatten der Haus-wand zur anderen Seite hinüber, verbarg sich hinter einem großen Rhododendrenstrauch, der unter der Last des Schnees halb begraben war und wartete auf den Eindringling. Der große Weihnachtshund schien ein Einsehen zu haben und ihm etwas zum Spielen zu schicken. Harro würde sein Geschenk gebührend emp-fangen.

„Meinst du, der Weihnachtsmann hat mich vergessen?“
„Natürlich nicht“, beruhigte Maren ihre kleine Tochter. Liebevoll strich sie ihr über das blonde, leicht gewellte Haar und vergaß für einen Moment den ganzen Ärger, der sie zu überrollen drohte. Michael, ihr Mann, hatte vergangenen Sommer seinen Job verloren und bisher keinen neuen gefunden. Mit über vierzig Jahren hatte man ihn bisher über-all rigoros abgelehnt. „Zu alt“ war die regelmäßige Begründung, auch wenn keiner sich traute, das direkt auszudrücken. Aber zwischen den Zeilen konnte man deutlich lesen, was der wirkliche Grund war. Sie steckten wirklich in der Klemme. Wenn nicht bald ein Wunder geschah, würden sie sogar ihr Haus verkaufen müssen.
„Aber es ist schon spät, und er ist immer noch nicht da.“
„Keine Sorge, er wird schon noch auftauchen, Papa hat dafür gesorgt“, vertröstete sie die Kleine, „aber ich weiß nicht, ob er dir das Spielzeug schenkt, das du dir wünscht“, bereitete sie ihr Kind auf eine mögliche Enttäuschung vor, denn das Geld reichte dieses Jahr nicht für große Geschenke. Mit ihrem Mann hatte sie sogar abgemacht, sich ge-genseitig gar nichts zu schenken und das, obwohl sie doch einen Herzenswunsch hatte.
„Ich habe mir kein Spielzeug gewünscht“, erwiderte Tina ernsthaft.
„Was dann?“
„Das darf ich nicht verraten, sonst geht es nicht in Erfüllung.“
„OK, verstehe. Na dann lassen wir uns eben überraschen, und nun laß Mami weiter arbeiten. Ich muß noch viel erledigen, bevor der Weihnachtsmann kommt.“
„Ist gut.“ Wie der Wirbelwind verschwand Tina aus dem Zimmer, wobei sie fast Michael umgerannt hätte, der gerade im Begriff war, eine Girlande aufzuhängen.
„Du hast doch den Studentendienst nicht vergessen?“, hakte Maren vorsichtig nach. Sie mußten zwar sparen, aber der Weihnachtsmann vom Studentendienst kostete nun wirklich nicht die Welt. Das hatte allerdings auch seinen Grund.
„Nein, obwohl ich das für Unsinn halte. Wenn ich nur an das letzte Jahr zurück denke. Der Typ, den sie uns geschickt hatten, war vor lauter Alkohol so weggetreten, dass er vom Schlitten fiel und die ganze Zeit wie ein Vodoopriester auf Valium vor sich hin grinste.“
„Ja, ho, ho, hol mir mal ein Bier“, kam wirklich nicht so gut an“, gab Maren kleinlaut zu, „aber diesmal haben sie versprochen, jemand mit Erfahrung zu schicken.“
„Vielleicht sollte ich mich dort bewerben. Mit meinem Alter wäre ich doch gut qualifi-ziert.“
„Michael!“
„Tut mir leid, aber ich hatte heute schon wieder Post.“
„Absagen?“, hauchte Maren ängstlich. Michael nickte.
„Verbunden mit den besten Weihnachtswünschen. Reizend, nicht wahr? Vielleicht sollte ich wirklich auf Weihnachtsmann umsatteln. Das wäre doch einmal ein lockerer Job.“

Diese Einschätzung konnte der Weihnachtsmann gar nicht teilen. Nachdem er endlich schwer prustend sein Ziel erreicht hatte, mußte er feststellen, dass dieses von einem Jägerzaun umgeben war. Ihm blieb auch nichts erspart. Natürlich hätte er auch den Weg durch die Gartenpforte nehmen können, aber er wollte ja unbemerkt bleiben. Also wählte er den Weg über die Rückseite des Gartens und hievte ächzend ein Bein über den erstaunlich hohen Zaun. Prompt blieb er mit dem Hosenboden an einem der spit-zen Pfähle hängen. „Verdammt, das fehlt mir noch“, fluchte er, während er wenig ele-gant das zweite Bein über den Zaun beförderte, das Gleichgewicht verlor und erst ein-mal der Länge nach mit dem Gesicht voraus im Schnee verschwand.

Harro war gelinde gesagt enttäuscht. Einen Einbrecher hatte er sich anders vorgestellt. Gut, der Typ schleppte einen großen Sack mit sich herum, was seine Absichten aus der Perspektive des Hundes hinreichend dokumentierte. Trotzdem, in dem Alter sollte man nach Harros Meinung besser im Schaukelstuhl sitzen und nicht in einem abgefahrenen Kostüm Einbrüche verüben. Harro bezweifelte, dass es Spaß machen würde, den Ein-brecher, der sich gerade wie ein altersschwacher Bär aus dem Schnee hoch kämpfte, über den Hof zu jagen. Aber egal, man nimmt, was man vor die Schnauze bekommt. Vielleicht würde er ja munterer werden, wenn er ihn mit seinen Zähnen bekannt ma-chen würde. Das war eine gute Idee. Auf steifen Beinen verließ Harro sein Versteck. Das Spiel konnte beginnen.

„Das ist das letzte Mal“, fluchte der Weihnachtsmann leise vor sich hin, während er den verbliebenen Schnee von seinem roten Mantel klopfte. Eine Inspektion seiner Kehrseite bestätigte ihm, dass dort ein erschreckend großer Riss klaffte. Verfluchter Jägerzaun. Seufzend brach er die weitere Überprüfung ab. Zumindest hatte er sich nichts gebro-chen, und das war die Hauptsache. Nun mußte er nur noch seine Aufgabe erledigen, doch die war nicht gerade leicht. Sein Blick wanderte über die weiße Fassade des hüb-schen Einfamilienhauses, das mit seinen hölzernen Fensterläden und der bunten Be-leuchtung in dem tief verschneiten, großzügigen Garten fast wie eines dieser Kerzen-häuser aus den Weihnachtsboutiquen wirkte. Sorgfältig musterte der Weihnachtsmann die hell erleuchteten Landhausfenster der ersten Etage, bis sein Blick an einem Fenster hängenblieb, das mit lauter Weihnachtsmalereien geschmückt war. Auf der Fenster-bank saß ein Bär, der lässig eine Weihnachtsmütze über seinem rechten Ohr trug und in den Garten hinab sah. Die schwarzen Knopfaugen schienen ihn vorwurfsvoll anzu-starren, und der Weihnachtsmann hätte schwören können, dass der Bär mitleidig sein Stoffhaupt schüttelte. Der Weihnachtsmann schnaubte. Wer interessierte sich schon für die Meinung eines altklugen Stoffbären? Zumindest wußte er nun, wo er hin mußte. Mit einem Seufzen langte er nach seinem schweren Sack und erstarrte. Soweit er sich erinnern konnte, bestand dieser aus stabilem, von Elfenhand gewebtem Sackleinen, nicht jedoch aus struppigem Fell. Auch hatte er keine elfenbeinfarbenen Reißzähne ge-habt. Erschrocken riß er die Hand zurück.
„Hallo“, knurrte Harro in seiner tiefsten Tonlage und stellte erfreut fest, dass die rosigen Wangen des Einbrechers plötzlich blass geworden waren. „Hast du dich verlaufen?“

„Sag mal, hat da nicht eben jemand um Hilfe gerufen?“, fragte Maren irritiert. Sie war überzeugt, gerade einen verzweifelten Hilfeschrei, gefolgt von einem freudigen Bellen und Knurren, vernommen zu haben.
„Ich habe nichts gehört.“
„Und wenn Harro gerade den Studenten verspeist?“
„Dann sparen wir Trockenfutter.“
Maren verzog wütend den Mund. Mit ihrem Mann konnte man im Augenblick wirklich nicht allzuviel anfangen. „Schon gut, dann sehe ich eben nach“, schnaubte sie und schritt energisch zur Vordertür.

„Das war wahrlich in letzter Sekunde.“ Mit dem, was von seinem rechten, roten Ärmel übrig geblieben war, wischte sich der Weihnachtsmann über die schweißnasse Stirn, dann schlug er dem Elfen Ruphus dankbar auf die Schulter. „Was würde ich nur ohne deine Zaubertricks machen?“
„In der Klemme stecken“, versetzte der Elf, während er grinsend den armen Harro be-trachtete. Der fand das Ganze weniger komisch. Gerade noch hatte er sich so gut mit seinem Spielzeug amüsiert und nun, von einem Moment auf den anderen, konnte er kein Glied mehr rühren. Selbst seine Schnauze, aus der noch einige rote Stoffetzen her-aushingen, war wie gelähmt. Er würde sich beim großen Weihnachtshund beschweren und sein Geschenk umtauschen.
„Solltest du nicht auf den Schlitten aufpassen?“, versuchte der Weihnachtsmann abzu-lenken.
„Klar, aber ich kenne Euch ja schon ein paar hundert Jahre, und in letzter Zeit habt Ihr immer Hilfe gebraucht.“
„Unsinn“, wiegelte der Weihnachtsmann ab, während er beobachtete, wie der Elf mit einer lässigen Handbewegung Harro in seine Hütte zurück beförderte. Es war schon ungerecht, dass Zaubern nur den Elfen vorbehalten war.
„Ich erinnere mich noch gut an das letzte Jahr, als Ihr Euch im Zimmer geirrt hattet und um Haaresbreite als Sittenstrolch verhaftet worden wäret.“
„Ach das..“ Verlegen rückte der Weihnachtsmann sein mitgenommenes Wams zurecht.
„Oder als man Euch in Texas für einen Viehdieb gehalten und auf Euch geschossen hat. Gut war auch die Geschichte in Australien...“
„Schluss jetzt“, unterbrach der Weihnachtsmann die Aufzählung. „Ich habe zu arbeiten, außerdem kommt jemand.“
Während Weihnachtsmann und Elf sich in den Schatten der seitlichen Hauswand duckten, ging an der Vorderseite des Hauses die Tür auf. Eine Frau trat ins Freie und sah sich aufmerksam um.
„Und?“, erklang eine gelangweilte Männerstimme aus dem Inneren.
„Falscher Alarm, Harro liegt friedlich in seiner Hütte.“ Die Frau verschwand wieder und schloss die Tür hinter sich. Harro konnte es nicht fassen. Sah denn keiner was hier los war? Dafür atmete der Weihnachtsmann erleichtert auf. „Das war knapp“, gab er zu und schritt zur Rückseite des Hauses. Ruphus folgte ihm amüsiert. „Also weiter im Text. Ich muß da oben hinein.“ Mit dem Finger wies der Weihnachtsmann auf die be-malte Scheibe, hinter der noch immer der Bär thronte. Sein Blick schien zu sagen: Hier kommst du nicht rein.
„Gut, dass Ihr so durchtrainiert seid“, spottete Ruphus mit einem bezeichnenden Blick auf den immensen Bauch des Weihnachtsmannes, der sein Wams bedenklich spannte.
„Das macht eine Woche Rentierstriegeln extra“, knurrte der Weihnachtsmann beleidigt und begab sich auf die Suche nach einer einfacheren Zutrittsmöglichkeit. Irgendwie würde er schon in dieses Haus kommen. Er spürte, dass die kleine Tina ihn brauchte. Viele Wünsche von Kindern gingen ihm im Laufe eines Jahres auf geheimnisvolle Weise zu. Doch leider wünschten sich diese, sehr zum Mißfallen des Weihnachtsmannes, nur Spiele für ihre Computer oder Spielekonsolen, bei denen regelmäßig ganze Monsterhor-den von einem degenerierten Helden unter Zuhilfenahme diverser Hypermegaüberkillwaffen vom Bildschirm gepustet wurden. Der Weihnachtsmann seufzte unbewußt. Wo war nur die Zeit geblieben, als er noch mit einer Holzeisenbahn aus seinem Rucksack ein Lächeln auf jedes Kindergesicht zaubern konnte? Vergangen, wie so vieles. Doch bei Tina war das anders, ganz anders. „Lieber Weihnachtsmann“, hatte sie ihren Wunsch begonnen, „ich wünsche mir nur zu wissen, dass es Minka im Katzenhimmel gut geht. Mehr nicht! Bitte, bitte sag mir, ob sie gut angekommen ist. Sie ist nämlich schon ein bißchen alt und sieht nicht mehr so gut. Ich wünsche mir nur, dass du ihr hilfst, falls sie sich auf dem Weg nach oben verflogen hat. Ich warte auf deine Antwort.“ Der Weihnachtsmann war gerührt und hatte Tinas Wunsch ganz oben auf die Liste gesetzt. Klar ging es Minka gut. Liebe Katzen kommen in den Himmel. Kei-ne Frage! Und das würde er Tina mitteilen, außerdem hatte er da noch etwas in seinem Sack, das sie vielleicht ein wenig trösten würde.
„Und, schon eine Möglichkeit gefunden?“, riß Ruphus ihn aus seinen Gedanken.
„Hier ist noch eine Tür“, erwiderte der Weihnachtsmann leise. Tatsächlich befand sich auf der Rückseite des Hauses eine weitere Tür, hinter der sich eine strahlend hell er-leuchtete Küche im Landhausstil verbarg. Wie sie von da allerdings unerkannt ins Zimmer der kleinen Tina gelangen sollten, blieb vorerst ein Rätsel. Dafür tat sich ein neues Problem auf. Während der Weihnachtsmann noch nachdenklich vor der hell er-leuchteten Küchentür stand, öffnete sich diese plötzlich wie von selbst, und im Tür-rahmen erschien ein kräftig gebauter Mann.
„Da sind Sie ja. Wurde auch langsam Zeit“, begrüßte er den verdutzten Weihnachts-mann. „Na wenigstens haben Sie das mit der Hintertür nicht vergessen. Aber wer ist das?“ Mit erstauntem Gesichtsausdruck deutete er auf Ruphus, der seine spitzen Oh-ren unter seiner Wollmütze verschwinden ließ.
„Gestatten, Ruphus, Weihnachtself“, stellte er sich vor.
„Ich habe nur einen Mann bestellt und werde auch nur für einen bezahlen“, knurrte Michael unfreundlich zurück.
„Oh, der ist umsonst“, wiegelte der Weihnachtsmann ab, der allmählich seine Fassung wieder zurück erlangte.
„Na schön, dann kommt rein.“ Michael trat zur Seite und machte eine auffordernde Handbewegung. Zögernd leisteten Weihnachtsmann und Elf der Einladung Folge. Er-freut stellten sie fest, dass es in der Küche wie in ihrer heimischen Weihnachtsbäckerei am Nordpol roch. Auf der Arbeitsplatte standen fein säuberlich aufgereiht diverse Schüsseln mit selbst gebackenen Keksen, und im Ofen brutzelte irgendetwas vor sich hin, das Ruphus das Wasser im Mund zusammenlaufen ließ.
„Die Maske ist gut“, stellte Michael nüchtern fest, nachdem er den Weihnachtsmann näher in Augenschein genommen hatte. „Sie könnten glatt für hundert Jahre durchge-hen.“
„Danke“, erwiderte der Weihnachtsmann erfreut. „Sport lohnt sich eben doch.“
Michael sah ihn daraufhin mißtrauisch an. „Sie haben doch nichts getrunken?“
Weihnachtsmann und Elf schüttelten demonstrativ den Kopf. Erst jetzt fiel Michael der zerfledderte Ärmel des Weihnachtsmannes auf, der seiner Aufmerksamkeit bisher ent-gangen war. „Was ist denn damit passiert?“, fragte er irritiert. Verlegen versuchte der Weihnachtsmann seinen Ärmel hinter dem Rücken zu verbergen.
„Motten“, half Ruphus dem Weihnachtsmann mit einer Erklärung aus der Patsche.
„Ganz schön gefräßig“, stellte Michael beeindruckt fest.
„Oh ja, besonders die eine Plage hatte ziemlich große Zähne.“ Der Weihnachtsmann nickte bestätigend bei der Erinnerung an Harro, den Hofhund.
„Wann werde ich je erleben, dass die uns einmal einen vernünftigen Mann schicken?“ Michael seufzte, worauf der Weihnachtsmann beleidigt das Gesicht verzog. „Na schön, das ist jetzt nicht zu ändern“, fuhr Michael fort. „Nehmen Sie Platz, ich erkläre Ihnen gleich, was Sie tun sollen, doch zuerst muß ich dafür sorgen, dass wir nicht gestört werden. Das dauert nicht lange.“ Ohne ein weiteres Wort verschwand er durch die Kü-chentür und ließ einen verdutzten Weihnachtsmann nebst Elf zurück.
„Wie meint er das? Er erklärt uns, was wir tun sollen?“, fragte der Weihnachtsmann irritiert, während sie sich in die kleine, halbrunde Eßecke, die an der Stirnseite der Kü-che halb unter dem gemütlichen Küchenfenster stand, zwängten. Er war ja schon eine ganze Weile im Amt, aber so eine Behandlung war ihm noch nicht untergekommen.
„Ich schätze, er verwechselt uns mit jemanden“, spekulierte Ruphus, während er sehn-süchtig die Keksschalen ins Auge fasste.
„Wie kann man mich verwechseln? Sehe ich vielleicht aus wie der Osterhase?“, fauchte der Weihnachtsmann empört.
„Naja, wenn man da etwas mit den Ohren machen würde...“
„Ruphus!“
„Schon gut, ich denke, er hält Euch für einen Mietstudenten, der den Weihnachtsmann spielen soll“, klärte Ruphus ihn auf.
„Oh..“
„Tja, ich schätze, wir bekommen ein ernstes Problem, wenn der echte Miet-Weihnachtsmann hier auftaucht. Vielleicht sollten wir besser wieder verschwinden.“
„Nicht bevor ich die kleine Tina glücklich gemacht habe“, erwiderte der Weihnachts-mann entschlossen. Liebevoll tätschelte er den großen Sack, aus dem zu Ruphus Er-staunen ein klägliches Miauen ertönte. Doch er zuckte nur die Achseln. Was das Be-schenken anging, duldete der Weihnachtsmann keine Kritik. Dafür stellte Ruphus et-was anderes fest.
„Hier ist nicht nur Tina unglücklich“, bemerkte er, wobei er sich durch einen großen Haufen Papier wühlte, der wie von Zauberhand plötzlich mitten auf dem Tisch erschie-nen war. „Ihre Bewerbung“ war auf vielen der Schreiben zu lesen, andere trugen die Überschrift „Letzte Mahnung“.
„Laß das sofort wieder verschwinden“, fauchte der Weihnachtsmann erschrocken.
„Das auch?“ In der Hand hielt Ruphus einen zerfledderten Reiseführer über Paris. Ne-ben dem Bild des Eiffelturms, der die Titelseite schmückte, war handschriftlich notiert „Hochzeitstag in Paris?“ Weiter unten befand sich eine weitere Notiz. „Wahrscheinlich nicht, schade“, war dort zu lesen.
„Scheint so, als ob es hier noch ein wenig mehr Arbeit zu erledigen gibt“, seufzte der Weihnachtsmann. Ruphus nickte kurz, und die Ansammlung von Post nebst Reisefüh-rer verschwand auf genauso wunderliche Weise, wie sie erschienen war. Gerade noch rechtzeitig, denn just in diesem Moment öffnete sich die Küchentür, und Michael kehrte zurück, gefolgt von seiner Frau.
„Frohe Weihnacht“, begrüßte Maren den Weihnachtsmann nebst Begleitung, die auf sie einen erschrockenen Eindruck machten, so als hätte man sie beinahe bei etwas er-wischt. Ihr Blick streifte besorgt den großen Sack der auf dem Boden stand, doch eine kurze Inspektion der Küche lieferte keinen Anhaltspunkt dafür, dass etwas fehlte. Selbst die Kekse sahen noch vollzählig aus.
„Frohe Weihnacht“, erwiderte der Weihnachtsmann mit tiefer Stimme. „Und was wünscht du dir zur Weihnachten, Maren?“
„Sie wünscht sich nichts! Und hören Sie auf, uns mit dem Vornamen anzureden“, erwi-derte Michael. Der Weihnachtsmann sah plötzlich verärgert aus.
„Du bist sehr unfreundlich, Michael! Außerdem stimmt das nicht. Deine Frau hat sehr wohl einen Wunsch. Habe ich Recht?“ Auffordernd sah der Weihnachtsmann Maren an, die rot anlief.
„Nun ja, eigentlich schon, aber dieses Jahr wollen wir darauf verzichten“, brachte sie zögernd hervor.
„Aber Schatz, ich dachte..“
„Sie wünscht sich eine Reise nach Paris, zum Hochzeitstag, ist doch nicht schwer zu erraten“, warf Ruphus lässig ein. Verwirrt irrte Michaels Blick zwischen Weihnachts-mann, Elf und seiner Frau hin und her.
„Woher wollen Sie das wissen?“
„Das würde mich auch interessieren?“, hakte Maren nach. Der Weihnachtsmann lä-chelte sie gutmütig an.
„Du hast es dir doch gewünscht, und alle Wünsche gehen auf verschlungenen Pfaden dem Weihnachtsmann zu“, erklärte er.
„Jetzt verstehe ich.“ Liebevoll sah Maren Michael an. „Du hast es ihm verraten, um mich zu überraschen. Oh Hase, das war lieb von dir.“ Sie strahlte über das ganze Gesicht. „Du hast doch an meinen Wunsch gedacht. Hast du schon gebucht?“
Michael fing an zu schwitzen. Er hatte das Gefühl, plötzlich in eine Bärenfalle getappt zu sein, aus der es kein Entkommen gab. „Nun..“, stotterte er, während er sich über das gutmütige Grinsen des Weihnachtsmanns ärgerte. „Ehrlich gesagt, habe ich nichts .....“ Das Klingeln der Türglocke rettete ihn vor einer Erklärung.
„Wer kann das sein?“, fragte Maren erstaunt.
„Ich schätze, ich habe da so eine Befürchtung“, seufzte Ruphus.

Vor der Tür wartete Thomas, Jura-Student im siebten Semster, in seinem schon leicht mitgenommenen Weihnachtsmannkostüm. Dies war nun schon sein neunter Auftritt für heute und dementsprechend motiviert war er. Die ersten zwei bis dreimal waren ja noch ganz lustig gewesen, doch spätestens beim vierten Mal hatte ihn der Job zu nerven begonnen. Wahrscheinlich würden ihn die Weihnachtslieder, die die Kinder ihm mit quietschenden Stimmen vorgesungen hatten, noch im nächsten Sommer verfolgen. Zum Glück hatte der eine oder andere Hausherr Mitleid gehabt und ihm gelegentlich etwas zum Trinken angeboten. Das hatte das Ganze ein wenig erträglicher gemacht. Er seufzte bei dem Gedanken, was ihn in diesem Haus wieder erwarten würde, während er erneut auf die Klingel drückte. Wollten die ihn hier erfrieren lassen? Dies war seine letz-te Tour für heute, und er wollte endlich nach Hause! Gelegentlich warf er einen nervö-sen Blick auf die Hundehütte, in der ein beeindruckend großer Schäferhund lag. Doch zum Glück hatte der sich bisher nicht gerührt. Das Drehen des Schlüssels im Schloss der Haustür riß Thomas aus seinen Gedanken. Anscheinend hatte man ihn endlich gehört. Innerlich gab er sich einen Ruck, es war wieder Showtime.
„Ho, ho, ho, von draußen vom Walde komme ich her und .....“
„Das ist doch logisch, schließlich leben wir im Wald“, unterbrach Tina, die als Erste zur Tür gerannt und diese geöffnet hatte, Thomas Vortrag. Der war verblüfft. „Ähh, ja, da ist was dran“, stotterte er. „Also, Kleine, kann ich mal deine Eltern sprechen.“
„Wo ist denn dein Rentierschlitten?“ Neugierig sah Tina sich im Garten um, doch alles was sie entdeckte war ein betagter VW-Golf, der vor ihrer Gartentür parkte. Thomas seufzte. Wieder so ein Kind, das ihn mit Fragen quälte. „In der Inspektion“, erwiderte er sarkastisch. „Hör mal, ich würde jetzt wirklich gerne deine Eltern sprechen.“ Tina sah ihn mißtrauisch an. Dieser Weihnachtsmann entsprach so gar nicht den Bildern aus ihren Büchern. So weit sie sich erinnern konnte, trug der Weihnachtsmann auch keine ausgetretenen Turnschuhe und Jeans unter seinem roten Mantel. „Du bist gar nicht der Weihnachtsmann“, stellte sie energisch fest.
„Bin ich doch, und ich habe sogar eine große Rute mitgebracht“, knurrte Thomas verär-gert, dem allmählich klar wurde, dass er sich von seinem Honorar verabschieden konn-te, wenn es ihm nicht gelingen sollte, seine Rolle überzeugend zu spielen. Und im Au-genblick sah es nicht so aus, als würde ihm das gelingen.
„Wenn du der Weihnachtsmann bist, dann weißt du auch, was ich mir gewünscht ha-be“, gab Tina ihm eine letzte Chance. Hoffnungsvoll sah sie zu ihm auf. Vielleicht hatte sie sich ja geirrt, und dies war wirklich der Weihnachtsmann.
„Na klar, jede Menge Spielzeug“, bluffte Thomas aufs Geratewohl.
„Falsch!“
„Hey, mach die Tür wieder auf!“ Ein dumpfes Klopfen ertönte, das Tina jedoch unbeeindruckt ließ. Im Eilschritt lief sie den Flur entlang und dann die Treppe hinauf. Beinahe hätte sie dabei zum zweiten Mal an diesem Abend ihren Vater überrannt, der gerade aus der Küchentür trat.
„Wer war denn an der Tür?“, rief er seiner Tochter hinterher.
„Ein Betrüger“, schallte es von oben zurück, gefolgt von einem lauten Knallen einer Zimmertür. Michael zuckte die Achseln. Heute war wirklich ein verrückter Tag. „Ja, ja, ich komme ja schon“, rief er, als erneut das ungeduldige Klingeln an der Haustür ertönte.
„Ho, ho, ho, von draußen vom Walde komme ich...“, setzte Thomas zu einem zweiten Versuch an, doch auch diesmal schaffte er es nicht, seinen Vortrag zu Ende zu bringen.
„Was wollen Sie denn hier?“, fragte Michael erstaunt beim Anblick des schlecht verklei-deten Studenten, der über eine beachtliche Alkoholfahne verfügte. Der ließ resigniert die Schultern hängen. Entweder hatte sich die gesamte Hausgemeinschaft gegen ihn verschworen oder er war Opfer der versteckten Kamera geworden.
„Ihnen den neuen Hyper-Turbo-Staubsauger mit wieder verwendbarem Jutestaubsack andrehen“, brummte er, wobei er Michael seinen Weihnachtssack unter die Nase hielt. „Ich hoffe, ihnen gefällt die Ausführung. Den Besen gibt es gratis dazu.“

In der Küche versuchten inzwischen der Weihnachtsmann und Ruphus verzweifelt mit-zubekommen, was draußen an der Tür passierte. Doch angesichts des Umstandes, dass Maren ihnen begeistert von Paris vor schwärmte, erwies sich das als aussichtslos. Ein plötzlicher Ruf Michaels unterbrach ihren Vortrag.
„Schatz, kommst du bitte mal. Hier stimmt etwas nicht.“
„Sie entschuldigen mich, ich bin gleich wieder da.“ Maren verschwand aus der Küche.
„Jetzt sitzen wir in der Falle.“ Der Weihnachtsmann seufzte. Ruphus legte ihm tröstend die Hand auf die Schulter.
„Keine Sorge, mir fällt schon etwas ein. Wozu kann ich schließlich zaubern?“

Tina lag tief enttäuscht auf ihrem Bett, das Gesicht im Kissen vergraben. Was würde der Weihnachtsmann wohl dazu sagen, wenn er von diesem Betrüger wüßte?, fragte sie sich, als eine tiefe Stimme sie erschrocken hoch fahren ließ.
„Na, wer wird denn am Weihnachtsabend weinen?“
„Bist du der echte Weihnachtsmann?“, flüsterte Tina beim Anblick des weißbärtigen, gütig wirkenden Mannes in dem roten Anzug, wobei sie Ruphus argwöhnisch betrachtete. Ihr war schleierhaft, wie die beiden so plötzlich in ihrem Zimmer auftauchen konnten. Fast kam es ihr vor, als sei hier Zauberei im Spiel. Der Weihnachtsmann bückte sich zu ihr hinunter und strich ihr liebevoll über das Haar.
„Ja, ich bin der einzig wahre Weihnachtsmann, und das ist mein Gehilfe Ruphus. Du brauchst keine Angst zu haben.“
„Habe ich auch nicht“, erwiderte Tina trotzig, obwohl ihre Stimme ein wenig zitterte. „Aber wenn du der echte Weihnachtsmann bist, dann weißt du auch, was ich mir ge-wünscht habe.“
Der Weihnachtsmann nickte und öffnete seinen Sack. Tinas Augen wurden groß, als sie sah, was der Weihnachtsmann vorsichtig zutage förderte. Eine kleine, schwarz weiß gemusterte Katze. „Minka läßt dich übrigens grüßen. Es geht ihr gut im Katzenhimmel, und sie hofft, dass du auf diese Kleine hier aufpassen wirst. Bekommst du das hin?“
Tina nickte stumm, während eine einzelne Träne über ihre Wange lief.
„Danke“, flüsterte sie leise, dann sah sie den Weihnachtsmann ehrfürchtig an. „Du bist wirklich echt!“, staunte sie. Der Weihnachtsmann schmunzelte. „Oh ja, das bin ich, aber nun muß ich wieder los.“ Nervös sah er zu Ruphus hinüber. „Hol den Schlitten. Und laß dir etwas für diesen falschen Weihnachtsmann einfallen, damit wir Zeit gewin-nen.“
„Schon geschehen“, antwortete Ruphus amüsiert.

In seiner Hütte stellte Harro begeistert fest, dass er die Kontrolle über seine Gliedmaßen zurückbekommen hatte. Nun war es an der Zeit, den Eindringlingen zu zeigen, wer der Hund auf diesem Hof war. Sein Blick fiel auf den Mann in dem lächerlichen roten Kos-tüm, der sich heftig mit seinen Leuten stritt. Er sah zwar mit seinem weißen Bart aus wie ein alter Mann, aber Harro konnte riechen, dass das nicht stimmte. Der Mann war ein Betrüger, und Harro mochte keine Betrüger. Er hatte schon eine Idee, wie er sich dem Unbekannten vorstellen würde. In froher Erwartung zog er die Lefzen zurück, so dass sich das Mondlicht auf seinen Zähnen spiegelte. Für einen kurzen Augenblick zö-gerte er und hob irritiert den Kopf. War da nicht eben etwas Großes lautlos zur anderen Seite des Hauses hinüber geflogen? Ein Schlitten, der von seltsamen Tieren gezogen wurde? Argwöhnisch musterte er den Himmel, an dem jedoch nur der Mond in einem Meer aus lauter kleinen Wolken schwamm. Unwillig schüttelte Harro den Kopf. Jetzt litt er schon unter Wahnvorstellungen. Es war an der Zeit, sich auf das zu konzentrieren, was er vor der Schnauze hatte, und das leuchtete verlockend rot. Harro setzte sich leise in Bewegung.

„Toll, ein echter Rentierschlitten, und er kann fliegen.“ Tina war begeistert. „Nehmt ihr mich mit?“, fragte sie den Weihnachtsmann, der gerade dabei war, mit der Hilfe von Ruphus durch das geöffnete Fenster auf den Schlitten zu klettern. Die Augen des Stoff-bären, der bei diesem Manöver wie zufällig von der Fensterbank gefallen war, schienen zu sagen: Das schaffst du nie.
„Das geht leider nicht“, ächzte der Weihnachtsmann, während er einen halsbrecheri-schen Spagat zwischen Fensterbank und Schlittenkufe zu Wege brachte, der jeden Stuntman vor Neid hätte erblassen lassen. „Noch mehr Gewicht verträgt der Schlitten nicht.“

Auf der anderen Seite des Hauses ging es inzwischen lautstark zu.
„Sie verschwinden jetzt von unserem Grundstück. Ein betrunkener Student, der dazu noch meine Tochter verängstigt hat, kommt uns nicht ins Haus“, fauchte Maren wü-tend.
„Nicht ohne mein Geld. Wir haben einen Vertrag.“
„Das können Sie mit Harro aushandeln.“
„Wer ist Harro?“
Statt zu antworten, wies Michael nur lässig auf etwas oder jemanden hinter Thomas. Ein tiefes Knurren, das plötzlich hinter seinem Rücken ertönte, ließ Thomas schlucken.
„Ärgern Sie ihn nicht zu sehr, er ist sehr sensibel“, spottete Maren.
„Warten Sie, ich..“, setzte Thomas an und brach ab, als er sich unvermittelt der ge-schlossenen Tür gegenüber sah.

„Meinst du, Harro wird ihm etwas antun?“, fragte Maren mit leichter Besorgnis in der Stimme. Immerhin war Weihnachten, da sollte man Milde walten lassen. Michael winkte beschwichtigend ab.
„Ach was, er wird ihn nur ein wenig durch den Garten jagen, wie er es immer mit dem Postboten macht. Das schadet nicht und ist gut für die Fitness. Er wird uns dankbar sein.“ Ein lautes Bellen, gefolgt von einem heftigen Fluchen, ließ Michael aufhorchen. Dann ertönte das laute Klappen der Gartentür, und einen Augenblick später heulte ein altersschwacher VW-Golf Motor auf. Dem Tempo nach zu urteilen, mit dem er leiser wurde, hatte der Fahrer es eilig, Distanz zwischen sich und dieses Haus zu bringen. „Siehst du, er hat es geschafft.“
„Oder Harro fährt den Wagen und jagt ihn jetzt den Berg hinunter.“
Michael lachte. „Nette Idee, aber jetzt würde ich zu gerne wissen, wo dieser Weih-nachtsmann in unserer Küche herkommt. Der kam mir gleich ein wenig suspekt vor.“ Energisch schritt Michael den Flur hinunter, öffnete die Küchentür und blieb verblüfft stehen. „Er ist verschwunden“, stellte er erstaunt fest.
„Wo ist er hin?“
„Keine Ahnung, vielleicht füllt er gerade seinen Sack mit unserer Stereoanlage.“
„Dann sollten wir ihn schleunigst finden.“

Eine Etage höher hatte der Weihnachtsmann inzwischen das Wunder vollbracht und war sicher auf dem Schlitten gelandet. Der hatte zwar bedenklich geschwankt, so dass Tina erschrocken die Luft angehalten hatte, aber letztlich war nichts weiter passiert.
„Auf Wiedersehen lieber Weihnachtsmann.“
„Auf Wiedersehen Tina, und paß gut auf die Kleine auf“, erwiderte er und wies auf die Katze, die es sich auf Tinas Armen gemütlich gemacht hatte. Sie sah mindestens so glücklich aus wie Tina.
„Ach ja, da wäre noch etwas“, bemerkte Ruphus, der aus seinem grünen Umhang ein offiziell aussehendes Schreiben hervor zog. „Gib das deinem Vater und sag ihm, ich hätte den Brief vorhin auf dem Weg gefunden. Wahrscheinlich hat er ihn verloren. Ver-giss das bitte nicht, es ist wichtig.“
Tina nickte stumm und nahm den Brief entgegen, der auf wundersame Weise vom Schlitten ins Zimmer hinüber geschwebt war.
„Und nun leb wohl.“
„Auf Wiedersehen“, rief Tina, „bis zum nächsten Jahr“, dann verschwand der Schlitten wie ein Gespenst in der Nacht.

„Den Brief hast du doch nicht wirklich gefunden“, stellte der Weihnachtsmann fest.
„Sagen wir, ich habe ein wenig nachgeholfen, außerdem habe ich noch eine kleine Überraschung vorbereitet“, erwiderte Ruphus mit einem Grinsen auf dem Gesicht. Der Weihnachtsmann schnaufte gutmütig. „Ich sehe schon, in ein paar hundert Jahren trägst du einen langen weißen Bart und machst meinen Job.“
„Tja, wer weiß, möglich ist alles. Vielleicht sollte ich meine Berufsplanung noch einmal überdenken“, bemerkte Ruphus, worauf beide in ein so herzhaftes Gelächter ausbra-chen, dass die Rentiere beinahe vom Kurs abgekommen wären. „Na dann wollen wir mal sehen, was uns als nächstes erwartet.“

„Was machst du denn da?“ Erstaunt betrachtete Maren ihre kleine Tochter, die vor dem offenen Fenster stand und in den Himmel starrte. Erst jetzt entdeckte sie, dass Tina etwas auf dem Arm trug. „Und wo kommt die Katze her?“
„Die hat mir der Weihnachtsmann geschenkt, und er hat gesagt, dass es Minka gut geht. Ist das nicht toll?“
„Ja, das ist toll, mein Schatz. Michael, kommst du mal, ich glaube, sie sind hier hin-aus.“ Vorsichtig ging Maren zum Fenster hinüber und spähte in den Garten hinab, doch da war nichts zu sehen.
„Kannst du etwas entdecken? Hey, Tina, wo kommt denn die Katze her?“
„Hat sie vom Weihnachtsmann“, erwiderte Maren an Tinas Stelle.
„Und das hat mir der Weihnachtself für dich gegeben. Er hat es gefunden.“
„Zeig mal her.“ Erstaunt nahm Michael seiner Tochter den Brief ab, öffnete ihn und begann zu lesen. Maren, die inzwischen das Fenster schloss, warf ihm einen besorgten Blick zu. So einen Gesichtsausdruck hatte sie bei ihrem Mann schon lange nicht mehr gesehen. „Was steht denn da drin?“, wollte sie wissen.
„Das glaubst du nicht!“ Michael jubelte begeistert, worauf die Katze verängstigt von Ti-nas Armen sprang und sich unter einem Stuhl versteckte. „Ich habe einen neuen Job!“
„Was?“ Aufgeregt rannte Maren zu Michael hinüber und riß ihm den Brief aus der Hand. Ihre Augen flogen über den Text. „Tatsächlich“, stellte sie ungläubig fest. „Das ist ein Wunder.“ Als hätten sie den gleichen Gedanken gehabt, fuhren ihre Köpfe zum Fenster hinüber, wo angeblich der Weihnachtsmann verschwunden war.
„Glaubst du ..?“, fragte Maren zögernd.
„Ehrlich gesagt ....“ Michael stockte. Seine Welt war mit einem Mal ins Wanken geraten. Hatte er etwa wirklich den Weihnachtsmann in seine Küche geschleppt? Tinas Blick irrte zwischen ihren Eltern hin und her. Konnte das sein, dass die etwa nicht an den Weihnachtsmann glaubten? Energisch stampfte sie mit dem Fuß auf.
„Natürlich war das der Weihnachtsmann!“, stellte sie kategorisch fest.
Michael nickte, bückte sich und hob die kleine Katze auf, die noch immer unter dem Stuhl hockte. Er sah fragend zu Maren hinüber, die unbemerkt von Tina ihre Zustim-mung signalisierte, dann wandte er sich seiner Tochter zu. „Natürlich war das der Weihnachtsmann“, sagte er und stellte erstaunt fest, dass er selbst ein wenig daran glaubte, „und einen neuen Hausbewohner hat er uns auch noch gebracht. Wenn das kein Grund zum Feiern ist! Und nach Paris kommen wir auch noch.“ Liebevoll zwinker-te er seiner Frau zu.

Harro hatte inzwischen seine Posten am Gartentor aufgegeben. Er bezweifelte, dass sein Opfer noch einmal zurückkehren würde. Das war schade, denn es hatte Spaß gemacht, den Fremden durch den Garten zu jagen. Während er zurück zu seiner Hütte trottete, meldete sein feines Gehör ihm, dass seine Leute etwas taten, was sie als Singen be-zeichneten und Harro regelmäßig in den Ohren weh tat. Doch da sie immer nur dann sangen, wenn sie glücklich waren, nahm Harro es gelassen hin. Wenigstens ging es sei-nen Leuten gut. Plötzlich jedoch stieg ihm der Geruch von Gebratenem in die Nase. Überrascht blieb er stehen und hob witternd die Nase. Kein Zweifel! Der Geruch kam direkt von seiner Hütte. Begeistert rannte er hinüber und stellte verblüfft fest, dass sich sein Trockenfutter in einen riesigen Haufen seiner Lieblingsfleischstücke verwandelt hatte. Der große Weihnachtshund hatte ihm also doch nicht vergessen. Einen Augen-blick zögerte er noch, hineinzubeißen, da ihm die Sache nicht geheuer vorkam, doch dann überwand er seine Scheu. Schließlich lautete seine Devise, man nahm, was man vor die Schnauze bekam.



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"Schatz, du kannst das Licht ausmachen, wenn du das WC nicht benutzt, die Toilette hat nämlich keine Angst im dunkeln!!!"
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Verfasst am: Mi Dez 23, 2009 20:20    Titel: Ähnliche Themen



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spacecurly
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BeitragVerfasst am: Do Dez 24, 2009 01:31    Titel: Antworten mit Zitat

So, der letzte Tag ist angebrochen.
Vielen Dank an die vielen Leser und vor allem an die, die einen Kommentar hinterlassen haben.

Ganz grossen und besonderen Dank an Shan, die in den letzten Tagen Überstunden gemacht hat, um alles Beta zu lesen und dem ganzen noch einen allerletzten feinschliff zu verpassen.

Und einen grossen Dank an die Jungs, dass sie sich halbwegs kooperativ verhalten haben, als es ans eingemachte ging und ich sie in den letzten Tagen praktisch zwang von Slow Motion auf Lightspeed umzuschalten, damit das auch alles geschrieben werden konnte (Manchmal haben sie mich mit ihrem "Ach nee, machen wir morgen" fast in den wahnsinn getrieben)
Und einen dicken Weihnachts Hug auch an unseren Santa...
Na, wer hats erraten?
Hier wirds verraten...

Euch allen schöne Festtage und erholt euch gut.



24. Dezember

Der letzte Tag war angebrochen... endlich oder leider.
Wie am Abschlusstag einer Tour lag über allem eine gewisse Final - Stimmung.
Was auch immer der Tag bringen würde oder wie er verlaufen würde, nachdem man ein letztes Mal alles gegeben hatte konnte man nach Hause.
Zurück in seine eigenen vier Wände, sein eigenes Bett und in seine Privatsphäre.
Alleine das reichte im Allgemeinen schon aus, um für gute Laune zu sorgen.
So auch an diesem Tag.
Die vier Backstreet Boys witzelten herum, stachelten sich gegenseitig zu den unmöglichsten Dingen an und trieben damit alle in ihrem Umfeld schier in den Wahnsinn.

Die Stunden hatten sich wie Kaugummi gezogen, bis die Jungs sich endlich fertig machen konnten für das Theaterstück.
Howie und Brian in Klamotten, die auch jeder Vorstadtvater oder Bibliothekar hätte anhaben können.
AJ in seinem schlunzigen Weihnachtsmannoutfit und Nick in seinem grünen Elfenkostüm, mit den Schuhglöckchen.
Und dann schlug ganz unbarmherzig das Lampenfieber zu.
"Nick, pflanz dich auf deine vier Buchstaben und renn keine Spur in den Fußboden, du machst mich wahnsinnig", fauchte Brian, auch wenn ihm klar war, dass Nick mit den Schuhen einfach nicht leise gehen konnte.
"Sorry, Dude", Nick warf sich in einen Sessel, auf dem er sofort ruhelos mit dem Fuß zu wippen anfing.
Es war ihm einfach unmöglich vor einer Show ruhig zu bleiben, wenn das Kribbeln einsetzte, die Spannung stieg und sein Körper am laufenden Band Adrenalin produzierte.
"Nick!", mahnte nun auch Howie, der es mit ein paar Atemübungen versucht hatte.

Mitten in die Stille klopfte es an die Türe.
"Hallo!", krähte es fröhlich vom Eingang her, und ein kleiner Blondschopf kam herein gefegt.
"Hey Mason!", Nick sprang auf und wirbelte den Jungen durch die Luft, "Was machst du denn hier?"
"Santa gucken.", berichtete dieser, schaute dann interessiert Nick an und befand, "Du hast komische Ohren."
"Ich spiele Santas Helfer in dem Theaterstück", Nick lachte und setzte Mason wieder auf dem Boden ab.
Kris lächelte ihnen vom Eingang her zu.
"Wir wollten euch noch schnell Hals- und Beinbruch wünschen, bevor wir zu unseren Plätzen gehen", sie kreuzte ihre Finger und wandte sich schon zum Gehen um.
"Sag mal, wo hast du Kevin gelassen?", fragte Brian und stand auf. "Der hätte ja ruhig auch mal eben Hallo sagen können!"
"Keine Ahnung wo der hin ist, eben habe ich ihn noch gesehen."
Schien es nur oder war ihre Miene etwas zu arglos?
Doch bevor jemand weiterfragen konnte, hatten sich die beiden Besucher auch schon wieder aus dem Staub gemacht.

"Merkwürdig", murmelte Howie und schüttelte dann vehement den Kopf.
Das konnte doch nicht sein! Wäre ihnen das nicht viel früher aufgefallen?
Andererseits hatten sie auch genug mit den Aufträgen zu tun gehabt, und dann kamen noch die üblichen Aufgaben und Pflichten einer Tour hinzu, auch wenn sie nur sehr klein war.
"Hier ist einiges merkwürdig, wenn du dich mal an die letzten Tage erinnerst", Nick stemmte die Hände in die Hüften, "Angefangen bei einem Santa, der die Augenfarbe von braun zu grün wechselt. Kevin, der sich wochenlang nicht mal bei Brian meldet und zwar Frau und Sohn hier vorbeischickt, aber selbst spurlos ist."

Niemand hatte dem etwas entgegenzusetzen, und in Gedanken versunken machten sie sich auf zur Bühne.
Erst in der Pause fanden sie sich wieder alle zusammen.
Absichtlich standen sie abseits vom Rest der Crew, und auch von Santa, der sie mit braunen Argusaugen zu beobachten schien.
Brian hatte, von seinem Erzählerplatz auf der Bühne, die beste Sicht auf das Publikum.
Seine Frau und Kris saßen da, mit den beiden Kindern zwischen sich, doch Kevin war nirgendwo zu sehen gewesen, und das teilte er auch den Anderen mit.
"Würde ja zu ihm passen, uns durch die Gegend zu scheuchen!", murmelte AJ und schaute zu Santa hinüber.
Und da sollte wirklich Kevin drunter, oder vielmehr drin, stecken?
Schwer vorstellbar... andererseits nahm er ja alle seine Rollen sehr ernst, und so ein bisschen Polsterung hier und da konnte ja nicht so schwer zu beschaffen sein, in einem Theaterfundus.

"Ich rupf ihm einfach den Bart runter und seh nach!", entschlossen straffte Nick die Schultern und richtete seinen grünen Elfenleib zu voller Länge auf.
"Lass das lieber bleiben, sonst fällt der Rest des Theaterstücks ins Wasser, aus Mangel an einem Santa", hielt Howie den jungen Mann zurück.
Eine Weile beratschlagten sie, wie sie Santa demaskieren sollten.
Es gab für die Jungs eigentlich keinen Zweifel mehr, wer in dem Kostüm steckte.
"Wir sollten ihn zwingen wieder ein Vollzeit Backstreet Boy zu werden, nach dieser Aktion!", brummte Brian und grinste dann, "Wäre doch mal ne gelungene Pressemitteilung: Kevin Richardson wurde gezwungen wieder bei den Backstreet Boys einzusteigen!"
Bevor sie wieder auf die Bühne verschwanden, hatten sie einen Schlachtplan entwickelt.

*** *** *** ***

Der Vorhang war ein letztes Mal gefallen, und Santa schaute sich ein wenig wehmütig um.
Alle lachten und scherzten miteinander, doch irgendwie war es einfach nicht dasselbe, wie mit den Jungs zusammen den Erfolg zu genießen.
"Ist schon ein bisschen einsam da hinter der Maske, oder Santa?", Howie war zu dem Mann im roten Anzug getreten und legte den Arm um ihn.
Kevin zuckte mit den Schultern, konnte aber nicht verbergen, dass es ihm gut tat, dass jemand auf ihn zugekommen war.

Leise war der Vorhang wieder aufgeglitten und im Saal war es so still, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können.
Alle schauten gespannt auf Howie und ihn.
Es war wohl an der Zeit endgültig seine Maske fallen zu lassen, zumal die Jungs, und sicher auch die meisten Fans, längst wussten, wer ihnen den Santa machte.
Er hob die Hände und lachte leise, während er sich die Perücke abnahm.

Schon ohne die weiße Haarpracht empfand Kevin Erleichterung. Als dann auch noch der Fettanzug, den er für seinen runden Bauch angeschnallt hatte, weg war, fühlte er sich wie neu geboren.
Die Fans dankten es ihm mit Standing Ovations, und auch die Jungs schauten ihm grinsend zu.
"Sind wir wenigstens nicht die Einzigen, die sich mal vor der Kamera entkleiden dürfen", witzelte Nick, "Für dieses Kostüm habe ich auf ewig einen Stein bei dir im Brett."
"Mal ehrlich, Kleiner, den Bonus hattest du schon eingefahren, als du mit AJ halbnackt vor den Kameras aufgetaucht bist und damit beinahe die Server außer Gefecht gesetzt hast!", grinste Kevin zurück.
Und die Menge lachte, bei der Erinnerung an die beiden verschlafenen Jungs, mit.

AJ schüttelte nur den Kopf, als er daran zurückdachte, wie sie im Halbschlaf zur Kaffeemaschine geschlurft waren.
"Danke für das Weihnachten auf Rädern!", Brian schloss seinen Cousin in die Arme, "Waren schon ein paar verdammt coole Aktionen dabei!"
"Sag mal, wie viel Geld hast du jetzt eigentlich zusammen bekommen, mit dem ganzen Kram, der so zwischendurch noch versteigert wurde, und den Karten für heute Abend?", wollte Howie, ganz der Geschäftsmann, wissen.

Im Saal wurde es wieder leise, denn schließlich wollte jeder wissen wofür sich "ihre" Backstreet Boys so ins Zeug gelegt hatten.
Auch Kevin dachte an die letzten vierundzwanzig Tage zurück und er wusste, dass er das, was da zusammen gekommen war, ohne die Jungs niemals geschafft hätte.
"Also, nach der letzten Rechnung waren es ungefähr 1,4 Millionen Dollar", brachte Kevin mit bewegter Stimme heraus, "Wir unterstützen damit eine Organisation, die dafür sorgt, dass Familien, die ihr Haus wegen der Wirtschaftskrise verloren haben, unterkommen können, bis eine permanente Lösung gefunden wird."

Wieder brach das Publikum spontan in Begeisterungsrufe aus.
"Sollte man wiederholen", befand Nick und wandte sich fragend an die Zuschauer, "Oder?"
"Nick, das kannst du dann aber ganz alleine organisieren!", prophezeite ihm Brian.
"Wieso, Kevin ist doch in Backstreet Boys Rente, der muss doch Zeit genug haben!", grinste der Blondschopf zurück.
"Ich zieh dir gleich die Ohren lang!", Kevin packte seinen Kumpel am Kragen und zog ihn sanft zu sich rüber, "Aber wenn du das auf die Beine stellst, bin ich sicher dabei!"

Am Rande der Bühne tauchte eine junge Frau mit kurzen braunen Haaren auf, die Kevin zu sich winkte.
"Hey Leute, bevor wir uns endgültig in den Weihnachtsurlaub verabschieden, möchte ich euch noch Julia vorstellen.", Kevin zog die Frau in die Mitte der Bühne und stellte sie zwischen die Jungs, "Heute ohne blonde Rauschegoldmähne und ihr Engelsgewand."
Schüchtern winkte sie den Leuten zu, die ihr applaudierten.
Dann verbeugten sich die Jungs, mit ihr zusammen, vor den Fans, wie sie es schon unzählige Male nach einem Konzert gemacht hatten, und der Vorhang schloss sich endgültig.

Hinter der Bühne schaute ihnen ein breit grinsender Marcus entgegen.
"Jungs, ihr habt euch tapfer gehalten, wobei wir ja schon viel früher mit Spekulationen über Santa gerechnet hatten." Der Bodyguard reichte Flaschen mit Wasser an die Schauspieler weiter. "Ihr hattet wohl zu viel zu tun, das war die ruhigste Tour, die ich jemals erlebt habe!"
"Gewöhn dich besser nicht dran!", empfahl AJ ihm, "Das wird bestimmt nicht noch mal vorkommen."

"Genauso wenig wie deine Knochenmarkspende, oder?", Julia war neben AJ getreten und hatte leise gesprochen.
"Bei meiner Nadelphobie ist das sicher nicht sehr wahrscheinlich, aber wenn man mich dazu noch mal aufruft, werde ich nicht ablehnen." Nachdenklich ließ AJ seinen Blick durch den Raum schweifen, in dem sich Familienangehörige, Schauspieler und Crewmembers tummelten. "Erst durch die Briefe, die ich regelmäßig von dem Empfänger meines Knochenmarks bekomme, habe ich überhaupt einen Einblick erhalten, wie wichtig so was sein kann. Und aus Angst jemandem nicht zu helfen... Nein, das kann ich mir auch nicht vorstellen."
Julia nickte und in ihren Augen spiegelte sich eine gewisse Trauer wieder.
"Meine Cousine ist an Leukämie gestorben, von daher habe ich immer mit Spannung auf den nächsten Brief gewartet." Sie brachte ein Lächeln zustande. "Konnte denn der Patient über Weihnachten wenigstens nach Hause?"
Auf AJ's Gesicht breitete sich ein Lächeln aus und er nickte.
"Heute morgen kam eine Mail, in der man mir mitteilte, dass er in der Tat die Feiertage Zuhause begehen kann, auch wenn er zwischendurch für Bluttests erscheinen muss", erklärte er, froh jemanden gefunden zu haben, der genauso Anteil an diesem Schicksal nahm wie er.
Zu schnell wurde AJ von Julia weggerufen, aber er versprach ihr, sie auf dem Laufenden zu halten was "ihren" Patienten betraf.

Die Jungs standen alle zusammen und stießen auf die Feiertage an.
Gemeinsam riefen sie sich noch einmal die Ereignisse der vergangenen Tage ins Gedächtnis.
Manche schön, andere bewegend.
Noch immer konnte keiner von ihnen fassen, welche Summe in den vergangenen Tagen zusammengekommen war.
"Eigentlich könnten wir das wirklich nächstes Jahr wiederholen", überlegte Howie, "Für einen guten Zweck springt Nick sicher wieder in sein Elfenkostüm, oder?"
Nick polierte sich betont übertrieben die Fingernägel an seinem Shirt und meinte nonchalant: "Ach, wenn die Summe stimmt, warum nicht!"
Die Rufe und das Gelächter der fünf Freunde übertönten die Gespräche im Raum, und jeder schaute neugierig zu ihnen herüber um zu erfahren, was sie nun wieder ausheckten.
Doch kein Wort kam über ihre Lippen... noch nicht!



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"Schatz, du kannst das Licht ausmachen, wenn du das WC nicht benutzt, die Toilette hat nämlich keine Angst im dunkeln!!!"
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Shan
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BeitragVerfasst am: Do Dez 24, 2009 02:18    Titel: Antworten mit Zitat

Und dir ein ganz großes Danke für deine Geduld mit den Jungs (und mit mir), deine tollen Ideen für die Türchen, die Energie das Ganze durchzuziehen, trotz manchmal widriger Umstände, deinen Enthusiasmus, mit dem du an diese schwierige Aufgabe gegangen bist, und vor allem Danke dafür, dass du diese geniale Idee hattest und dich entschlossen hast sie umzusetzen. Very Happy Es war toll dabei zu sein und das Ganze lesen zu dürfen, von lachend am Boden kugelnd bis vor Rührung in Tränen aufgelöst, und das alles garniert mit so viel Liebe und Familiensinn, wie es zu Weihnachten und den Jungs einfach nur passt.

Danke für dieses Lesevergnügen!



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Jessi2801
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BeitragVerfasst am: Do Dez 24, 2009 07:47    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hatte recht ich hatte recht......

Ähm *hust* ok......
Das war so eine richtig super story.....wo man wirklich alles drin hatte....

Weiß gar nicht was ich sagen soll......Danke an euch beiden....das ihr euch so viel müde gemacht habt und einem den besten Advendskalender beschert habt den man haben kann....

Frohes Fest allen!


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sam
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BeitragVerfasst am: Do Dez 24, 2009 09:54    Titel: Antworten mit Zitat

man wundert sich ja immer, wo die zeit geblieben ist. waren das wirklich 24 tage????
ich fand die idee toll, die umsetzung super und habe mich jeden tag auf ein neues türchen gefreut!! vielen, vielen dank für die unterhaltung und versüßung der adventszeit!!!

frohe weihnachten an alle!!



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LadyCK
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BeitragVerfasst am: Do Dez 24, 2009 12:59    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kann mich Shan nur an schließen. Das war wirklich eine großartige Idee mit dem Adventskalender! Die Umsetzung ist gelungen und tiefen Respekt, dass durchzuhalten und immer wieder neue Türchen zu produzieren, die aber letzlich in das Große Ganze passen.
Ich fand's eine super Unterhaltung für die Adventszeit und ich hoffe das wir auf eine Fortsetzung dessen oder ähnlichem im nächsten Jahr hoffen dürfen. Die Jungs scheinen schon in den Startlöchern zu stehen Wink



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mäuschen
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BeitragVerfasst am: Do Dez 24, 2009 18:05    Titel: Antworten mit Zitat

Von mir kriegst du standing ovations für diese Aktion, es hat mir die Adventszeit versüßt und ich hab mich jeden Tag auf ein neues Türchen gefreut, mehr als auf den Schokoladen kalender Smile. Vielen vielen Dank und big respect für diese Leistung hast Du ganz toll gemacht.

Auch Dir schöne Weihanchten und lass Dich reich beschenken Du hast es Dir verdient.



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Mathegenie
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BeitragVerfasst am: So Dez 27, 2009 22:19    Titel: Antworten mit Zitat

So, wie schon mal erwähnt, hab ich die ganze Zeit mitgelesen, wenn auch nicht hier im Forum.
Mein Urlaub ist vorbei und ich kann nur sagen Respekt für die Idee und die Umsetzung des Ganzen. Also großes Lob, wunderbar gemacht!!! Du hast dir Weihnachten verdient und hast auch ein bisschen weihnachtlichen Geist hier ins Forum gebracht!!!



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Verfasst am: So Dez 27, 2009 22:19    Titel: Ähnliche Themen



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